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Pro-palästinensische Aktivisten blockierten den Eingang des Rektorats der Uni Gent - Reaktion des Rektors

In Gent blockierten am Dienstag etwa 80 pro-palästinensische Aktivisten das Rektorat der Universität. Der Eingang zum Gebäude war mit Bauzäunen abgesperrt. Mit der Aktion wollten die Demonstranten die belgischen Universitäten dazu auffordern, alle Partnerschaften mit israelischen Einrichtungen zu beenden. Im Laufe des Tages kam ein Gerichtsvollzieher vorbei, um die Besetzung festzustellen. Die UGent hätte demnach einen Richter bitten können, die Räumung per einstweiliger Verfügung zu veranlassen, was aber nicht passierte - im Gegenteil. Rektor Van de Walle suchte das Gespräch mit den Aktivisten. 

Andreas Kockartz
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Seit dem vergangenen Jahr fordern pro-palästinensische Aktivisten, dass die UGent und andere Universitäten in Belgien einen akademischen Boykott gegen Israel durchführen. Im Mai letzten Jahres besetzten Studenten über einen Monat lang das Universitätsgebäude UFO, direkt neben dem Rektorat der Genter Uni. Seiner Zeit  wurden Vereinbarungen getroffen, die Beziehungen zu israelischen Universitäten abzubrechen.

Die UGent beschloss, die laufende institutionelle Zusammenarbeit mit bestimmten israelischen Regierungs- und Hochschuleinrichtungen einzustellen. Dazu gehören 12 Forschungskonsortien im Rahmen von Horizon Europe, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU sowie eine Erasmus+-Bildungskooperation. "Trotz ihrer Versprechen hat die Universität bis heute keine Beziehung zu israelischen Einrichtungen abgebrochen", sagte ein Sprecher der Aktivisten: "Im Gegenteil. Wir sehen, dass die Universität zwei neue Kooperationen eingegangen ist."

Obwohl die Aktion an der Universität Gent stattfand, richtete sie sich an alle belgischen Universitäten. "Hier sind auch Aktivisten aus Löwen, Brüssel und Lüttich. Wir werden unsere Aktionen auch nicht auf die UGent beschränken", so der Sprecher gegenüber VRT NWS. 

"Alle Verbindungen zu Israel abbrechen"

Die Aktivisten wollen, dass alle Verbindungen zu Israel gekappt werden, nicht nur die Institutionen, die mit der Besetzung des Gazastreifens oder der israelischen Armee in Verbindung stehen: "Auf diese Weise wollen wir Druck auf die israelische Regierung ausüben, indem wir tatsächlich eine Sanktion verhängen. So wie es gegen Russland geschehen ist. Auch dort wurden sofort alle Verbindungen abgebrochen. Wir wollen das Gleiche für Israel, weil dieses Land seit einem Jahr einen Völkermord am palästinensischen Volk begeht." 

Wegen der Blockade konnten die Mitarbeiter des Rektorats zwar hinaus gehen, aber es kam niemand hinein. Der Rektor der UGent hatte das Tor zum Eingang schließen lassen. Die Mitarbeiter, die normalerweise im Rektorat aktiv waren, durften im Homeoffice arbeiten. "Wie lange wir die Aktion hier aufrechterhalten werden, hängt ganz von der Reaktion der Universität, der Aktivisten und von eventuellen Maßnahmen der Polizei ab", hieß es von Seiten der Initiatoren der Blockade. Die Polizei waram Rektorat präsent, griff aber nicht ein.

Was sagt UGent-Rektor Rik Van de Walle?

Der scheidende UGent-Rektor Rik Van de Walle hatte am späten Dienstagnachmittag die protestierenden Studenten vor dem Rektorat aufgesucht, um mit ihnen zu sprechen. Doch diese hatten zu diesem Zeitpunkt die Blockade bereits beendet. 

Danach sagte er gegenüber VRT NWS, dass die Genter Universität die Zusammenarbeit mit israelischen beenden wolle. Doch die Universitäten bräuchten dazu die Hilfe von Seiten der flämischen und der belgischen Regierung sowie von der Europäischen Union. 

Gegenüber Studierenden sagte Van de Walle deutlich: „Im Namen der gesamten universitären Gemeinschaft kann ich sagen, dass wir genau so wie die Aktivisten hier die Geschehnisse in Gaza abscheulich finden.“ 

Rik Van de Walle, der scheidende UGent-Rektor

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