Am Donnerstag hat die jüdische Gemeinde in Antwerpen ihre jährliche Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkriegs abgehalten. Bart De Wever war zum ersten Mal nicht als Bürgermeister der Stadt anwesend, sondern als Premierminister. Er warnte erneut vor wachsendem Antisemitismus und äußerte sich besorgt, dass „Bilder aus dem Nahen Osten missbraucht werden, um jüdische Menschen mit dem Bösen gleichzusetzen“.
Premier De Wever warnt bei Gedenkfeier zum Holocaust vor zunehmendem Antisemitismus
Premier De Wever ging in seiner Rede nicht ausführlich auf den Nahostkonflikt ein. Sein Fokus lag nahezu vollständig auf dem Grauen des Holocaust, auf Erinnerungspädagogik und auf der Sicherheit der jüdischen Gemeinde im Kontext des wachsenden Antisemitismus.
„Ich möchte weiterhin mit Nachdruck betonen, dass die Sicherheit der jüdischen Gemeinde in Antwerpen und nun auch im Rest des Landes oberste Priorität hat“, versicherte De Wever den Anwesenden. Er sprach auch über die Antwerpener Errungenschaften im Bereich der Erinnerungspädagogik, wie eine permanente Ausstellung im MAS (Museum aan de Stroom) und Unterrichtsmaterialien für Schulen.
Wie üblich wohnten mehrere Mitglieder der Antwerpener Stadtverwaltung der Zeremonie bei, unter ihnen die Stadträte Stijn De Rooster (N-VA) und Patrick Janssens (Vooruit). Die amtierende Bürgermeisterin Els van Doesburg war abwesend, da sie öffentliche Auftritte wegen ihrer Schwangerschaft einschränkt.
Bemerkenswert war auch die Anwesenheit des Vlaams Belang-Spitzenpolitikers Sam Van Rooy. Seine Partei wurde traditionell nie eingeladen, aber seit letztem Jahr hat der Antwerpener Parteiverband ein prominentes jüdisches Mitglied, David Rosenberg, und dieser hatte damals bereits angekündigt, dafür zu sorgen, dass die rechtsextreme Partei künftig willkommen sein würde.
