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Brüssel in der weltweiten Top 20 in Sachen Mobilität

Die belgische Hauptstadt Brüssel steht auf dem 19. Rang weltweit auf Ebene der urbanen Mobilität. Dies ist aus dem Urban Mobility Readness Index des Denktanks Olivier Wyman Forum ersichtlich. Brüssel schneidet besonders gut bei der Nachhaltigkeit des ÖPNV an, verliert jedoch Federn bei der technologischen Innovation, wie die Nachrichtenplattform BRUZZ auf ihrer Webseite berichtet.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der Index, den der Thinktank gemeinsam mit der Berkeley University in Kalifornien aufstellt, bewertet insgesamt 70 Metropolen für ihre Leistungen bei der städtischen Mobilität. Dabei werden Punkte, wie Innovation, Effizienz, Marktpotential, Infrastruktur und gesellschaftlicher Impakt bewertet. 

Brüssel schneidet mit einem Ergebnis von 59 %, wobei der weltweite Durchschnitt bei 49 % liegt. Damit schafft es die belgische Hauptstadt in die Top 20. Auf europäischer Ebene steht Brüssel auf Rang 11 vor z.B. Madrid oder Mailand.

Das recht gute Abschneiden Brüssels hat viel mit dem Fortschritt bei der nachhaltigen Mobilität zu tun (Rang 10) und mit dem Öffentlichen Nahverkehr im Allgemeinen (Rang 19). Auf Ebene der technischen bzw. technologischen Innovation schneidet Brüssel eher bescheiden auf Rang 19 ab. Noch setzt die regionale Brüsseler Verkehrsgesellschaft MIVB/STIB zu viele Dieselbusse und veraltete Hochflur-Straßenbahnen ein und die Nutzung von digitalen Mobilitätslösungen, wie der Einsatz von autonom fahrenden Fahrzeugen kommt hier so gut wie nicht vor.

Nachhaltigkeit

Dass die urbane Mobilität in Brüssel in Sachen Nachhaltigkeit so gut bewertet wird, liegt daran, dass rund 45 % aller Fortbewegungen in der Hauptstadt, die kürzer als 2 Kilometer sind, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. In der Hauptstadt wird zudem geplant, bis 2035 die allgemeine Mobilitäts-Infrastruktur zu verbessern, z.B. durch deutlich mehr Ladestationen für elektrische Fahrzeuge.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

ÖPNV am Brüsseler Südbahnhof mit MIVB-Tram und Bussen von De Lijn (Flandern) und TEC (Wallonie)

Und doch liegen Bereiche vor, in denen die belgische und europäische Hauptstadt bei der Mobilität besser werden kann und muss: Die Nutzung des ÖPNV sank von 24 % im Jahr 2010 auf 22 % im laufenden Jahr 2025. Hier werden Kritikpunkte, wie Geschwindigkeit und Sicherheit als Gründe angegeben, auf die Nutzung von Bussen und Bahnen zu verzichten und eben auch der Mangel an technologischem Fortschritt - Fahrzeuge mit zu hohem Schadstoffausstoß oder solche, die den heutigen Ansprüchen von ÖPNV nicht mehr wirklich entsprechen und auch das Ausbleiben an Investitionen in autonome Fahrzeuge. 

Das Angebot verfeinern

„Der Index zeigt, dass Brüssel schöne Schritte in Richtung nachhaltiger Mobilität setzt“, so Stijn Verlinden, Mobilitätsexperte und Partier des Oliver Wyman Forums gegenüber BRUZZ: „Aber um einen Platz an der europäischen Spitze zu behalten, muss die Stadt ihre Herangehensweise an die Mobilität verfeinern. Das Ausweiten der Ladeinfrastruktur und die neue Metrolinie 3 (die allerdings aus finanziellen und politischen Gründen auf der Kippe steht, Red.) sind positive Schritte, doch ein zusätzliches Setzen auf technologische Erneuerung ist notwendig.“ 

Die weltweite Liste wird von San Franzisko angeführt, gefolgt von Paris, Singapur und München. Auch andere belgische Städte kommen hier vor: Gent auf Rang 36, Antwerpen 39, Löwen 43 und Lüttich 48.    

Brüssel vefügt im internationalen Vergleich noch über zu wenig Ladeinfrastruktur für E-Autos

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