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Achtung, in dieser Brüsseler Straße droht eine Parkplatzfalle der besonderen Art!

Die Livornostraße ist eine eher unauffällige Straße, die parallel zur Louizalaan verläuft. Doch diese Straße hat es in sich, wenn es darum geht, sein Auto zu parken. Auch wenn man einen Parkschein am Automaten gelöst hat, kann es passieren, dass man dort ein Knöllchen bekommt. Das mag absurd klingen und das ist auch so…

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Livornostraße in Brüssel (Livornostraat in Niederländisch, rue de Livourne in Französisch) ist eine ganz besondere Straße, denn sie ist quasi ein Treffpunkt zwischen gleich 3 Brüsseler Gemeinden und jede dieser Gemeinden hat dort seine eigenen Parkplatzautomaten stehen. Das Dumme ist nur, dass Ortsunkundige das nicht wissen, denn an den jeweiligen Automaten ist dies nicht zu erkennen, wie die frankophone Brüsseler Tageszeitung La Capitale und das flämische Blatt De Morgen unlängst feststellten.

In der Mitte der Livornostraße verläuft die Grenze der Gemeinden Brüssel-Stadt und Elsene. Die geraden Hausnummern befinden sich auf Brüsseler Gebiet und die ungeraden Hausnummern in der Kommune Elsene. Und ob das nicht schon genug wäre, grenzt ein kleiner Teil dieser Straße auch noch an Sint-Gillies. Und auch diese Gemeinde betreibt dort einen Parkplatzautomaten.

(Lesen Sie bitte unter den 3 Fotos weiter)

Nichts weist darauf hin und so sind Autofahrer, die in der Livornostraße parken, entweder in eine Falle getappt oder sie haben das Glück, dass Anwohner diese darauf hinweisen, wo sie den zu ihrem Parkplatz passenden Parkscheinautomaten finden. 

Falls man aber unbewusst „falsch geparkt“ hat und trotz Parkschein ein Knöllchen bekommen hat, werden diese zumeist bei einem Protest zurückerstattet, doch dies ist, wie anders zu erwarten, mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand verbunden, denn es gilt zuerst, die Gemeinde auszumachen, die den Strafzettel ausgeschrieben hat und dann muss man noch anhand des Parkscheins belegen können, dass man doch bezahlt hat… 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

19 Brüsseler Gemeinden und 6 Polizeizonen…

Beispiele, wie diese, liefern Material für jene, die seit längerem eine Fusion der Polizeizonen fordern und eine bessere Zusammenarbeit der Gemeinden in der belgischen Hauptstadt. Bis sich dies ändert - und das wird nicht schon morgen sein, fordern jede der Anliegergemeinden an der Livornostraße ihre eigenen Parkgebühren ein. 

Bis dahin also aufgepasst: Immer schön an den Straßenecken nachschauen, in welcher Gemeinde man denn jetzt geparkt hat. Am besten sollte man in dieser Richtung sowieso die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen und auf den eigenen Wagen verzichten… 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Gemütlich ist es hier trotzdem

Trotzdem, eine spannende Gegend

Die Livornostraße mag eher unscheinbar sein und doch liegt sie in einem recht spannenden Viertel bzw. in einer spannenden Umgebung. In der Nähe dieser Straße befindet sich z.B. das „Hotel Tassel“, ein Gebäude des Jugendstil- und Art deco-Architekten Victor Horta (Foto unten). Nicht weit davon entfernt, in der Louizalaan, findet man auch das „Hotel Solvay“, ebenfalls von Horta.

Einige Straßen weiter an der Kreuzung Bailly ist das CIVA-Architekturmuseum zu finden und das Gebäude, in dem die Gestapo während des Krieges ihre Folterkeller hatte, ist auch nicht weit. Davor befindet sich zudem das Denkmal für den belgischen Royal Air Force-Piloten Jean de Selys Longchamps, der eben diese Gestapo-Einrichtung im Alleingang angegriffen hatte. Und wer (luxuriös) shoppen will, der ist an der Louizalaan ohnehin an der richtigen Adresse. 

Das "Hotel Tassel"

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