Mit der Goethe-Medaille werden in diesem Jahr der türkische Kulturförderer Osman Kavala, die Sprachwissenschaftlerin Li Yuan aus China und der Autor und Historiker David Van Reybrouck (Foto) aus Belgien geehrt. Überreicht wird die Goethe-Medaille im Rahmen eines Festakts am 28. August 2025, dem Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes, in Weimar durch die Präsidentin des Goethe-Instituts, Gesche Joost.
Die Goethe-Medaille 2025 geht in diesem Jahr u.a. an den belgischen Autoren David Van Reybrouck
„David Van Reybrouck setzt sich mit seinen streitbaren Plädoyers zu alternativen Wahlverfahren und der Einrichtung von Bürgerräten für eine Erneuerung demokratischer Prozesse ein“, wie es in der Begründung der Jury für die Preisvergabe.
„Seine recherchereichen Bücher über Südafrika, den Kongo oder Indonesien machen Perspektiven sichtbar, die von der westlich dominierten Geschichtsschreibung oftmals wenig beachtet werden. Der interdisziplinäre Ansatz seiner Bücher und ihr Fokus auf marginalisierte Stimmen verbinden einen klaren literarischen Stil mit einem emotionalen Zugang. Aus diesem Grund zählen sie zu den bedeutendsten Beiträgen im politischen Diskurs der Gegenwart.“
David Van Reybrouck wurde bereits mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis, mit dem Geschwister Scholl-Preis und dem Europäischen Buchpreis sowie mit mehreren Preisen aus der flämischen und niederländischen Buchszene ausgezeichnet. Von 2011 bis 2014 war er auch Vorsitzender des Schriftstellerverbandes PEN Flandern.
In deutscher Sprache erschienene Bücher von David Van Reybrouck: „Kongo: Eine Geschichte“, „Gegen Wahlen: Warum Abstimmen nicht demokratisch ist“, „Revolusi: Indonesien und die Entstehung der modernen Welt“, „Zink“, „Oden“.
Die Goethe-Medaille
Die Goethe-Medaille ist das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland und der wichtigste Preis der auswärtigen Kulturpolitik. Sie wird in diesem Jahr zum 70. Mal verliehen. Jedes Jahr schlagen Mitarbeitende der Goethe-Institute in Abstimmung mit den deutschen Auslandsvertretungen Kulturakteurinnen und -redakteure aus allen Regionen und kulturellen Sparten sowie dem Wissenschafts- und Sprachbereich vor.
Aus den Vorschlägen wählt eine Jury drei Preisträger aus. Die Goethe-Medaille würdigt Verdienste um die Förderung der deutschen Sprache sowie von Kultur und Künsten in den Heimatländern der Geehrten. Sie ehrt damit auch die Erneuerung und die ständige Aktualisierung eines internationalen Verständnisses von Kultur. Der Preis macht auf zukunftsweisende Themen und Strömungen aufmerksam und stärkt die Internationalisierung der deutschen Kulturlandschaft, die globale Vernetzung und wechselseitig lernende Zusammenarbeit.
Quelle: Goethe-Institut Brüssel
