Durch das anhaltend trockenen Frühjahrswetter, darunter ein sehr trockener April, in dem weniger als die Hälfte der normalen Niederschlagsmenge fiel, sinken die Grundwasserpegel und die Wasserstände der meisten Wasserläufe in Flandern weiter. Dies geht aus Zahlen der Flämischen Umwelgesellschaft (VMM) hervor. Bei den Grundwasserständen gibt es regionale Unterschiede, aber die VMM stellt an mehr als der Hälfte (51 %) der Mespunkte „niedrige bis sehr niedrige“ Werte fest. In den Naturgebieten in Westflandern gilt derzeit Code Orange wegen Brandgefahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit.
„Niedrige bis sehr niedrige“ Grundwasserpegel bei der Hälfte der Messpunkte in Flandern festgestellt
Vor allem in der Provinz Westflandern und im Norden Flanderns sind die Grundwasserstände laut VMM für diese Jahreszeit auffallend niedrig. In Ostflandern reichen sie von niedrig bis hoch. Regional zeigt sich ein unterschiedliches Bild.
Aufgrund der geringen Niederschläge nehmen die durchschnittlichen Pegelstände in den nicht befahrbaren Wasserläufen Flanderns weiter ab. Für die Jahreszeit ist der Rückgang nach Angaben der VMM im westlichen und nördlichen Teil Flanderns am stärksten zu sehen. An 49 % der Messpunkte misst die VMM jetzt niedrige bis sehr niedrige Abflüsse, im letzten Monat waren das noch der Fall ab 32 % Messpunkten.
Das Königliche Meteorologische Institut KMI in Ukkel/Brüssel verzeichnete im April nur 20 mm Niederschlag, während der Normalwert bei 46,7 mm liegt. VMM sagt dazu, dass in Flandern ähnliche Feststellungen gemacht werden.
Empfehlungen
Der Koordinierungsausschuss für integrierte Wasserpolitik hat bereits die Wasserbewirtschafter und die Landwirte dazu aufgefordert, so viel Wasser wie möglich zurückzuhalten. Sie können zum Beispiel kleine Wehre errichten, um den Wasserstand zu halten.
Darüber hinaus können die Landwirte auch die Entwässerung stoppen oder einschränken, damit das verfügbare Wasser nicht verloren geht. Derzeit gibt es noch kein Verbot der Wasserentnahme aus nicht befahrbaren Wasserläufen.
(Lesen Sie bitte unter der aktuellen Pegelkarte für Flandern weiter)
Code Orange für Waldbrandgefahr in den Naturschutzgebieten Westflanderns
Die flämische Agentur für Natur und Wald (Agentschap Natuur en Bos) hat seit Dienstag Code Orange für Brandgefahr in den Naturschutzgebieten Westflanderns ausgegeben. Dieser Code war bereits in den anderen nördlichen Provinzen des Landes in Kraft.
Die Warnstufe wurde in der Provinz erhöht, weil sich die Wetterbedingungen seit letzter Woche verändert haben. „Es gab seinerzeit eine hohe relative Luftfeuchtigkeit und einen günstigen Westwind“, erklärte der Sprecher der Agentur, Jeroen Denaeghel: „Jetzt ist das Wetter aber trockener und sonniger, was die Gefahr von Wald- und Buschbränden erhöht.“
Die Agentur für Natur und Wald ruft zur Wachsamkeit auf. Insbesondere in offenen Naturgebieten wie der Dünenlandschaft ist das Risiko erhöht. Die Agentur erinnert außerdem daran, dass es verboten ist, dort Feuer zu machen oder zu Rauchen abgeraten wird. Code Orange wird voraussichtlich eine Woche lang in Kraft bleiben. Am kommenden Dienstag wird die Lage erneut überprüft.
