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Gesundheit

Fachleute in Flandern fordern eine Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Medien

Etwa 20 Psychiater, Kinderpsychiater und Neurologen fordern die flämische Landesregierung dazu auf, soziale Medien bis zum Alter von 16 Jahren zu verbieten. Sie tun dies in einem offenen Brief. Der Brief ist eine Initiative von KidsUnplugged, einer Elternbewegung, die sich für den Schutz von Kindern vor den schädlichen Auswirkungen von Smartphones in einem zu jungen Alter einsetzt. 

Andreas Kockartz
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Die Wissenschaftler sind besorgt, weil Kinder in immer jüngerem Alter Smartphones benutzen und in sozialen Medien aktiv sind. Soziale Medien haben viele positive Aspekte, aber sie machen auch süchtig, und vor allem für Kinder gibt es dann negative Auswirkungen, sagt der Neurologe Steven Laureys: „Negative Auswirkungen auf Aufmerksamkeit, Schlaf und emotionale Entwicklung. Es ist schwierig, sich über längere Zeit zu konzentrieren, wenn man bis zu 80 Mal am Tag zum Smartphone greift“. 

„Man kann versuchen, Kindern beizubringen, soziale Medien vernünftig zu nutzen“, aber der Neuropsychiater Theo Compernolle vergleicht sie mit der Tabaksucht: „wir sehen, dass es ohne staatliches Eingreifen viel zu schwierig für die Leute ist, von sich aus aufzuhören.“

Eltern können das nicht alleine schaffen

Laut den Initiatoren des offenen Briefes von Kids Unplugged geben die Eltern selbst an, dass die Suchtmechanismen von sozialen Medien und Spielen in ihren Familien zu vielen Streitereien und Diskussionen führen und dass die elterliche Freiheit bei diesem Thema praktisch nicht mehr gegeben ist: Spiele, soziale Medien und Smartphones sind so stark normalisiert und akzeptiert, dass eine Einschränkung oder gar Ablehnung praktisch unmöglich ist.

Deshalb fordern Experten von der Politik eine Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Medien. Die flämische Sozialministerin Caroline Gennez (Vooruit) deutete schon früher an, dass sie auf eine strengere Altersgrenze für soziale Medien hinarbeiten wolle, die derzeit bei 13 Jahren liegt.

Für die flämische Medienministerin Cieltje Van Achter (N-VA) ist ein Verbot der sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren nicht notwendig. Sie befürwortet jedoch eine „strenge Regulierung und bewusste Anleitung“. Laut Van Achter haben die sozialen Medien auch viele Vorteile. Sie helfen zum Beispiel jungen Menschen, die isoliert sind, bieten Selbstdarstellung und Freundschaften und können für manche sogar ein Rettungsanker sein. Außerdem, so die Ministerin, sei ein Verbot auch sinnlos. Sie befürchtet, dass junge Menschen ihren Konsum sonst verheimlichen würden, wodurch er noch weniger kontrollierbar wäre. Außerdem würde ein Verbot dazu führen, dass die sozialen Medienplattformen sich nicht mehr um den Schutz junger Menschen bemühen.

Cieltje Van Achter appelliert an ok, auf Medienkompetenz zu setzen. „Auf diese Weise bringen wir unseren Jugendlichen bei, wie Algorithmen funktionieren, lehren sie, wie sie soziale Medien verantwortungsvoll nutzen können, und bringen ihnen bei, wie sie auf unangemessenes Verhalten reagieren können“, sagt sie. Neben der Beratung möchte die flämische Nationaldemokratin auch mehr Anstrengungen für eine strenge Regulierung unternehmen. Diese Richtlinien sollten aus Europa kommen. Die Ministerin selbst befindet sich derzeit in Gesprächen mit Social-Media-Plattformen über zusätzliche Maßnahmen und Initiativen zum Schutz von Minderjährigen.

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