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Inland
Justiz

Justizfall in Belgien: Sechsfachmörder Freddy Horion beantragt Sterbehilfe

Der sechsfache Mörder Freddy Horion (77) hat wegen unerträglicher psychischer Leiden einen Antrag auf Sterbehilfe gestellt, da alle seine Versuche frei zu kommen erfolglos geblieben sind. Dies berichtete Tom Daems, Professor für Kriminologie an der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) am Freitag im Fachblatt für Juristen „De Juristenkrant“. Diese Meldung wurde von Horions Anwalt Jürgen Millen bestätigt.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Horion ist seit mehr als 45 Jahren im Gefängnis. Neben dem „Mäusevampir“ Staf van Eyken (74), der seit 50 Jahren eingesperrt ist, ist Horion der „dienstälteste“ Häftling in Belgien. Seit Anfang der 1990er Jahre bittet er regelmäßig um Hafturlaub und stellt Anträge auf Haftentlassung. 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Belgien bereits vor zwei Jahren verurteilt, weil Horion keine realistische Aussicht auf Freilassung hat. Ein Team von Gerichtspsychiatern war zuvor zu dem Schluss gekommen, dass Horion nicht mehr gefährlich sei und eigentlich nicht ins Gefängnis gehöre. 

Das Antwerpener Berufungsgericht entschied dann Ende 2023, dass Horion innerhalb von sechs Monaten aus dem Gefängnis in eine psychiatrische Einrichtung verlegt werden sollte. Doch dort ist vorerst kein Platz für ihn, und der belgische Staat legte auch gegen das Urteil Berufung ein.

Horion hat jetzt um Sterbehilfe gebeten. „Er wird älter“, sagt sein Anwalt: „Und die Hoffnungslosigkeit wird zu viel für ihn. Sein Antrag auf Sterbehilfe ist nicht dazu gedacht, Druck auf die Regierung auszuüben. Er meint es ernst.“

Freddy Horion wurde am 17. Dezember 1980 vom Gericht in Gent zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Horion war am 23. Juni 1979 zusammen mit seinem inzwischen  verstorbenen Komplizen Roland Feneulle in das Haus des Autohändlers Roland Steyaert in Sint-Amandsberg bei Gent eingedrungen und hatte dort Vater, Mutter, die älteste Tochter und deren  Verlobten sowie eine 12-jährige Tochter erschossen. 

Einige Monate zuvor, am 9. Februar 1979, hatte Horion auch Hélène Lichachevski, eine Ladenbesitzerin im Hafen von Gent, getötet.

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