Die flämische Landesregierung will in den kommenden Jahren jeweils 73 Mio. € für gesunde Mahlzeiten in Kindergärten und Grundschulen freimachen. Landeswohlfahrtsministerin Caroline Gennez (Vooruit) sagte dazu, dass sich alle Städte und Gemeinden in Flandern daran beteiligen können.
Flandern macht jährlich 73 Mio. € für gesunde Mahlzeiten in Schulen frei
Für dieses Jahr werden zu diesem Zweck 23 Mio. € zur Verfügung gestellt, so die flämische Sozialistin: „Jedes hungrige Kind ist eines zu viel. Und wer Hunger hat, der kann sich nicht auf den Unterricht konzentrieren. Gesunde Lebensmittel in der Schule sorgen für eine bessere Gesundheit, für bessere Leistungen beim lernen und für gleiche Chancen für alle Schulkinder. Jedes Kind, dem wir auf diese Weise weiterhelfen, ist ein Gewinn.“
In den flämischen Grundschulen und auch in den Kindergärten wird festgestellt, dass etwa jedes 10. Schulkind zu wenig gegessen hat und zudem kaum gesundes Essen bekommt. Dies, so die Ansicht von Wohlfahrtsministerin Gennez, sei nicht nur gesundheitsschädlich für die Betroffenen, sondern unterminiere zudem die Entwicklung dieser Kinder.
Finanzierung und Kritik
Die Finanzierung fußt auf 73 Mio. € pro Jahr (23 Mio. € im laufenden Jahr). Die Kommunen können sich mit den Schulen zusammentun, um direkte Unterstützung zu bekommen. Für jede 97 €, die aus der Landeskasse finanziert werden, sollen Städte und Gemeinden mindestens 73 € zuschießen. Allerdings steht es den Kommunen frei, sich hieran zu beteiligen und diese können selbst bestimmen, wie diese Mittel eingesetzt werden, bzw. welche Lebensmitten oder Mahlzeiten damit gekauft und zubereitet werden. Die Landesregierung empfiehlt gesunde Zutaten, die am besten auf lokaler Ebene produziert werden.
In Flandern gehen derzeit rund 720.000 Kinder in den Kindergarten oder in die Grundschule. Schulverbände denken, dass die Mittel, die die Landesregierung zur Verfügung stellt, nicht ausreichen werden, um alle Sorgen und Nöte in diesem Bereich zu lindern. Der Verband der flämischen Städte und Gemeinden (VVSG) kritisiert, dass die Kommunen damit zusätzlich personell belastet würden und dass diese die Regierungspläne mitfinanzieren müssten. Ob sich viele daran beteiligen würden, sei dahingestellt.
