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(Foto: Andreas Kockartz)

Neues Verkehrskonzept: Nach rund 60 Jahren hat Lüttich wieder eine Straßenbahn

In Lüttich in der gleichnamigen wallonischen Provinz kann man seit Ende April wieder mit der Straßenbahn fahren. Vor rund 60 Jahren endete dort der Trambetrieb, doch vor 15 Jahren begannen Debatten und Planungen, hier wieder eine Straßenbahn zu bauen und dann wurde gebaut (mit 2,5 Jahren Verspätung). Im Sommer 2024 fanden die ersten offiziellen Testfahren statt, die die hypermoderne Tram bis vor das Rathaus in der Altstadt von Lüttich brachten. Seit Frühjahr 2025 lief ein fahrplanmäßiger Probebetrieb auf der gesamten Trasse (ohne Fahrgäste). 

Andreas Kockartz
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Eine erste offizielle Testfahrt der neuen Lütticher Tram lockte am 20. August 2024 viele Neugierige in die „Feurige Stadt“, doch der Regelbetrieb wurde erst nach einigen Verzögerungen erst am Montag, den 28. April 2025 gestartet. Für die Lütticher bedeutet das, dass sie sich an ein neues Verkehrsmittel auf den wichtigsten Achsen zwischen einigen Vororten und der Innenstadt gewöhnen müssen, denn hier fuhr die letzte Tram im Jahr 1968. 

Bei den monatelangen Testfahrten kam es mehrmals zu Unfällen, da die Fußgänger, sowie die Rad- und Autofahrer zunächst nicht mit den Trams gerechnet hatten. Inzwischen hört man aber allerorten entlang der Tramtrasse das Geläute der Trams… Am Ende des ersten Verkehrstages kam es zu zwei Zwischenfällen. Einmal fiel eine der neuen Trams an der Maghin-Brücke aus technischen Gründen in Panne und etwas später kam es zu einem kleinen Unfall in der Nähe der Atlas-Brücke…

Am Dienstag fährt die neue Tram in Lüttich nicht, denn die wallonische Nahverkehrsgesellschaft TEC wird im Rahmen eines weiteren Aktionstages der Gewerkschaften gegen die Pläne der neuen belgischen Regierung bestreikt. 

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Am Bahnhof Guillemins (Foto: Andreas Kockartz)
Moderne Tram (Foto: Andreas Kockartz)

Sicherheit

An 12 Kilometern Tramschienen zwischen Bressoux/Droixhe und Sclessin via Place Saint-Lambert und dem Bahnhof Liège-Guillemins (insgesamt 23 Haltestellen) sind Signale und Sicherheitssysteme angebracht worden, um die anderen Verkehrsteilnehmer vor dem Herannahen einer Straßenbahn zu warnen. Die Züge brauchen rund 30 Meter Bremsweg, wenn sie mit Tempo 20 km/h unterwegs sind.

Für den Betrieb wurden 20 siebenteilige Straßenbahnen des Typs Urbos des spanischen Herstellers CAF angeschafft. Die Zweirichtungswagen sind 45,4 m lang und 2,65 m breit und verfügen über 8 Türen pro Seite und 58 Sitzplätze bei insgesamt 310 Fahrgästen.

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Musée Curtius (Foto: Andreas Kockartz)
Quai de la Batte (Foto: Andreas Kockartz)

Auch die Umgebung wurde umgestaltet

Im Zuge des Straßenbahnbaus wurden rund 50 Hektar Gelände neugestaltet, denn man erneuerte im Zuge dessen ganze Straßen und Plätze und gab Teilen der Stadt ein neues (und moderneres) Aussehen. Erweiterungen nach Herstal im Norden, sowie Jemeppe im Süden sind bereits in der Planung, auch wenn die neue wallonische Regionalregierung für dieses Vorhaben erstmal keine Mittel mehr bereitstellen will, wogegen aus Richtung Lüttich (Provinz und Stadt) protestiert wird. 

Das Ganze kostete insgesamt 785 Mio. €, etwa 250 Mio. € mehr als ursprünglich veranschlagt. Betreiber ist die regionale wallonische Nahverkehrsgesellschaft TEC. Gebaut wurde die Bahn vom Konsortium „Tram'Ardent“ (Bahnbauunternehmen Colas und Schienenfahrzeughersteller CAF). Die TEC will mit der neuen Straßenbahn den Individualverkehr im Stadtzentrum um bis zu 30 % zurückdrängen.

Sclessin (Foto: Andreas Kockartz)
Vor dem Lütticher Rathaus (Foto: Andreas Kockartz)
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