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Von „Tompoes“ bis „Pain à la grecque“: Warum heißen belgische Gebäckspezialitäten … wie sie eben heißen?

Ja, es gibt sie noch, die kleinen, unabhängigen Bäckereien in Belgien. Sogar in den Großstädten haben internationale Ketten sie nicht verdrängt. Mit den frischen Brötchen am Wochenende wandert gerne auch was Süßes mit in den Einkaufskorb – für die Kaffeezeit am Nachmittag. Wer belgische Spezialitäten vernaschen will, sollte sich mit Eclairs, Tompoes und mattentaarten auskennen. Der Dialektforscher Chris De Wulf (Universität Antwerpen) erklärt, woher die fantasiereichen Namen kommen.

Martina Luxen
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In Flandern und Belgien gibt es viele hervorragende Gebäckspezialitäten, die eins, zwei, drei den Appetit auf Süßes stillen. Klar, dass man da nicht darüber nachdenkt, warum Blätterteig-Schnitten mit zentimeterdicker Vanillecreme und üppiger Zuckerglasur hierzulande Tompoes heißen. Oder sjoes dasselbe sind wie Eclairs … Das alles hat mit Geschichte und Sprachenvielfalt zu tun.

Zum Beispiel die Mattentaart. Matten wie ‚Matte‘ oder ‚Teppich‘? Fehlanzeige – matten ist ein altes Wort für die Klumpen in geronnener Milch, einer der Zutaten für die Mattentaarten. Die Heimat der Mattentaart ist Geraardsbergen in Ostflandern. Es gibt sie in jeder klassischen belgischen Bäckerei; auf Französisch tarte au maton.

Ein Tompoes geht auf das bekannte Märchen „Der kleine Däumling“ zurück. Auf Französisch: Tom Pouce. Ein beliebiger Spitzname für Kinder und kleine Leute und die Bezeichnung für die Mini-Version der bekannten Blätterteigtorte mit crème patissière und Glasur: die Millefeuille-Torte.

Übrigens nennt man die Blätterteigschnitte mit Vanillecreme und Glasur je nach Landstrich auch ein Boekske oder Glaceeke. Wobei Glaceeke sich auf die Glasur bezieht, während Boekske auf den Blätterteig anspielt, der seitlich betrachtet wie ein Büchlein aussieht.

Tompoes in einer aufgebrezelten Form

Auch Eclair stammt aus dem Französischen. Es bedeutet ‚Blitz‘. Weil man es blitzschnell aufessen kann, lautet eine beliebte Erklärung. Allerdings findet der Dialektfachmann diese Erklärung zweifelhaft. Wahrscheinlicher ist, dass sich der Name auf den Glanz der Schokoglasur bezieht.

In Flandern heißt der Eclair auch sjoe oder sjoeke. Was ebenfalls aus dem Französischen stammt und den Brandteig pâte à choux bezeichnet.

Pain à la grecque ist wiederum eine Brüsseler Erfindung. Das süße Gebäck stammt nicht aus Griechenland, wie viele glauben. Pain à la grecque ist ein süßer Kuchen aus Milch, braunem Zucker und Zimt. In Brüssel wurde dieser Kuchen früher Grachtbrood genannt (im Dialekt bruud van de grecht). Mönche haben dieses süße Brot im 16. Jahrhundert an die Armen in der Wolvengracht verteilt. Französischsprachige Brüsseler konnten dieses Wort nicht aussprechen und machten daraus pain à la grecque. 

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