Der Betreiber mehrerer Antwerpener Cafés wurde wegen sexuellen Missbrauchs von drei Frauen verurteilt. Nach Angaben des Gerichts belästigte und vergewaltigte er betrunkene Kundinnen nach Feierabend. Der Wirt erhielt eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten.
Über drei Jahre Haft für Antwerpener Wirt, der Frauen nach Feierabend vergewaltigt und sexuell belästigt hat
Dem Fall liegen drei Aussagen von Frauen gegen den 47-jährigen Cafébesitzer zu Grunde. 2022 erstattete eine Frau Anzeige wegen eines Vorfalls von 2019: Nach mehreren Cocktails in einem Antwerpener Café war sie sehr betrunken, konnte sich aber noch daran erinnern, dass sie etwas später auf der Treppe lag und vom Cafébesitzer begrapscht wurde. Sie erstattete erst drei Jahre später Anzeige, als sie hörte, dass dies auch anderen Frauen passiert war.
Die Ermittler sahen sich frühere Polizeiberichte an und stießen auf ähnliche Vorfälle in den Cafés desselben Besitzers. In allen Fällen handelte es sich um Frauen, die am betreffenden Abend betrunken waren und nach Ladenschluss von ihm sexuell belästigt oder vergewaltigt wurden.
Der Cafébesitzer argumentierte, dass die Frauen durchaus zugestimmt hätten, doch der Richter schloss sich dieser Argumentation nicht an. Nach Ansicht des Gerichts weisen die Schilderungen der Opfer auffällige Ähnlichkeiten auf. Außerdem könne von einer Einwilligung keine Rede sein, wenn man die Schwäche einer Person ausnutze, wie in diesem Fall die Trunkenheit.
Der Cafébesitzer wurde zu 40 Monaten Haft verurteilt. Außerdem wurde er für fünf Jahre seiner Rechte enthoben. John Maes, einer der Anwälte des Cafébesitzers, wartet noch auf die Begründung des Urteils, geht aber davon aus, dass sein Mandant Berufung einlegen wird. Nach Ansicht von Maes gibt es noch zu viele Diskussionen darüber, ob die Opfer den sexuellen Handlungen zugestimmt haben. „Ein Fall von Trunkenheit kann so weit gehen, dass keine Einwilligung möglich ist. Diese tatsächliche Beurteilung muss das Gericht zweifelsfrei treffen. Deshalb hätten wir gerne die Opfer während der Verhandlung gehört.“
Laut Kris Luyckx, Anwalt des Cafébesitzers, spiegelt das Urteil „den Zeitgeist von heute wider“: „Die Botschaft ist ganz klar: Wenn man ausgeht und trinkt, bedeutet das nicht mehr, dass man nicht mehr Auto fahren darf, sondern auch, dass man keinen Sex mehr haben darf. Denn das ist ein sehr großes Risiko.“
