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Archivbild: Mathieu Mas (links) und sein Anwalt (rechts)
Inland
Justiz

Nach tödlichem Unfall unter Alkoholeinfluss: Sechs Monate Haft mit Bewährung und Fahrverbot für Ex-Schöffen von Oudenaarde

Der ehemalige Schöffe von Oudenaarde (Provinz Ostflandern), Mathieu Mas, ist zu sechs Monaten Haft mit Bewährung, einer Geldstrafe von 4.000 Euro und einem Fahrverbot von einem Jahr – ebenfalls mit teilweiser Bewährung – verurteilt worden, nachdem er in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt war. Mas hatte in Oudenaarde einen Fahrradfahrer erfasst, ein 22-jähriger Mann, der den Aufprall nicht überlebte. Der Ex-Schöffe stand unter Alkoholeinfluss und war zu schnell unterwegs. Das Opfer wiederum war schlecht beleuchtet, missachtete die Vorfahrt und stand unter dem Einfluss von Cannabis.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Der Unfall ereignete sich im Oktober 2023 in der Aalststraat in Oudenaarde. Gegen 23 Uhr am Abend erfasste der damalige Schöffe der Liste Iedereen9700!, Mathieu Mas, mit seinem Wagen einen Fahrradfahrer. Der 22-jährige junge Mann erlag seinen Verletzungen.

Die Ermittlungen ergaben, dass Mas beinahe das Dreifache des erlaubten Alkoholwerts im Blut hatte und zu schnell fuhr. Laut dem Gutachter der Staatsanwaltschaft fuhr Mas 75 km/h in einer Zone 50. 

Cannabis

Das Opfer hingegen war schlecht beleuchtet, trug dunkle Kleidung und hatte Kopfhörer auf. Zudem hätte der Radfahrer an der Kreuzung Vorfahrt gewähren müssen. Auch er stand unter Einfluss: In seinem Blut wurde eine strafbare Menge Cannabis festgestellt. Laut dem Gericht hätte ein aufmerksamer Radfahrer die Kollision vermeiden können.

Die Staatsanwaltschaft forderte für Mas ein Jahr Haft – mit oder ohne Bewährung – sowie ein Fahrverbot für ein Jahr. Das Gericht verhängte schließlich eine Haftstrafe von sechs Monaten mit Bewährung, ein Fahrverbot von einem Jahr, wobei die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wurde, und eine Geldstrafe von 4.000 Euro, ebenfalls zur Hälfte mit Bewährung. Mas muss außerdem über 100.000 Euro Schadenersatz an die Zivilparteien zahlen.

Die Eltern des jungen Mannes sind mit dem Urteil des Gerichts zufrieden, wie ihr Anwalt Jean-Baptiste Nottebaert erklärte: „Sie haben sich nicht allzu sehr mit dem Strafmaß oder dem Schadenersatz beschäftigt. Sie wollten einfach die Anerkennung, dass der Täter die Tat begangen hat. Das war das Letzte, was sie für ihren Sohn tun konnten.“

Politischer Rückzug

Nach dem Unfall entschied sich Mas, als Schöffe zurückzutreten. Bei den Gemeinderatswahlen ließ er sich zudem als Spitzenkandidat von Iedereen9700! ersetzen. Dennoch erhielt Mas die meisten Vorzugsstimmen. Letztlich landete die Partei in der Opposition und Mas wurde Gemeinderatsmitglied.

Die Kreuzung, an der sich der Unfall ereignete, wurde inzwischen von der Stadt überarbeitet. Es wurden ein zusätzlicher Zebrastreifen und eine sichere Fahrradüberquerung eingerichtet.

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