Ypern und Langemark-Poelkapelle erinnerten diese Woche an den ersten Gasangriff während des Ersten Weltkriegs. Er ereignete sich am 22. April vor 110 Jahren im Weiler Steenstraete an der Grenze zwischen Bikschote und Zuidschote in Westflandern.
Ypern und Langemark-Poelkapelle gedachten des ersten Gasangriffs im Ersten Weltkrieg
Bei diesem Gasangriff setzten die Deutschen zum ersten Mal Chlorgas gegen die französischen Truppen ein. Dabei wurden Tausende von Menschen getötet. Viele Angehörige der Opfer nahmen an der Gedenkfeier teil, darunter der Franzose Dominique (78). Er ist der Enkel eines Soldaten, der damals getötet wurde.
Aus diesem Anlass schenkte Dominique dem Museum In Flanders Fields in Ypern Dutzende von Briefen, unter anderem von seinen Großeltern. Das Museum besaß bereits die digitalen Versionen der Briefe, doch jetzt bekommt es auch die Originale.
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„Es sind Briefe von zwei Liebenden, Angèle und Georges“, erklärt Annick Vandenbilcke vom In Flanders Fields-Museum: „Ein Paar, das sich offensichtlich liebte und drei Kinder hatte. Der Ehemann meldete sich zur Armee und zog in den Krieg. Es sind vor allem die Briefe von Angèle an ihren Mann, die erhalten geblieben sind. Dieser Briefwechsel trifft mitten ins Herz. Man spürt in ihren Briefen, dass sie immer wieder hofft, dass er wieder auftaucht.“
„Es gibt nur wenige Briefe von ihrem Mann. Doch dann verstummt die Kommunikation und Angèles lange Suche beginnt“, so Vandenbilcke: „Sie schreibt verzweifelt an viele verschiedene Behörden in der Hoffnung, doch noch etwas über ihren Mann zu erfahren.“ Im Weltkriegs-Museum in Ypern wird versucht, auf die persönlichen Geschichten der Menschen so weit wie möglich einzugehen. Bis heute erhält das Museum immer noch Briefe, Tagebücher, Fotos und ähnliches von Nachkommen von Soldaten, die an der Westfront gekämpft haben.
