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Ahmadreza Djalali - Foto aus dem Gefängnis (Archivfoto)

VUB-Gastprofessor Djalali 9 Jahre in iranischer Todeszelle - Hilferuf aus der Zelle

Der schwedisch-iranische Professor und Notfallmediziner Ahmadreza Djalali, lange Gastprofessor an der freien flämischen Universität Brüssel (VUB), richtet in einer neuen Audiobotschaft einen Hilferuf an die europäischen Regierungen. Sie müssen mehr tun, um seine Freilassung zu erreichen, sonst werde er in einem iranischen Gefängnis sterben. Am Freitag, den 25. April, ist er dort seit genau 9 Jahre eingesperrt und von der Todesstrafe bedroht. Seine Frau Vida ist in Belgien, um erneut auf seinen Fall aufmerksam zu machen.

Andreas Kockartz
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Djalalis zerbrechliche Stimme hallt nach 9 Jahren Haft aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran wider: „Ich bin an meiner Belastungsgrenze angelangt. Wenn nichts unternommen wird, werde ich hier entweder durch Hinrichtung oder durch Krankheit sterben. Die europäischen Staats- und Regierungschefs, die sich nicht stärker um meine Freilassung bemühen, tragen eine Mitschuld an meinem Tod.“ 

Seine Frau Vida Mehrannia trifft sich in diesen Tagen in Brüssel mit europäischen, flämischen und föderalen Politikern, um sie um Hilfe bei der Beendigung dieses Albtraums zu bitten. Besonders Belgien und Schweden stehen hier unter Druck. Zeitweise wurde vermutet, dass Djalali vom Iran als Faustpfand für diplomatische Deals zwischen den beteiligten Ländern missbraucht wurde. 

Warum sitzt Djalali in der Todeszelle?

Djalali wurde zum Tode verurteilt, weil er dem israelischen Geheimdienst Mossad angeblich Informationen über zwei iranische Wissenschaftler weitergegeben haben soll. Die beiden Wissenschaftler wurden danach ermordet. Er soll zudem geheime Details zu Nuklear- und Verteidigungsprogrammen seines Landes westlichen Geheimdiensten zugespielt haben. Der Gastdozent der Freien Universität Brüssel hatte laut UN-Experten unter Zwang gestanden, die Informationen weitergegeben zu haben.

Im April 2016 wurde Djalali, der auch die schwedische Nationalität hat, bei einem Besuch in seiner iranischen Heimat verhaftet. Gegen das Urteil protestierten seitdem alle Hochschulen und Universitäten in Belgien, zahlreiche Persönlichkeiten weltweit - darunter einige Nobelpreisträger - sowie hochrangige belgische Bundes- und flämische Landespolitiker. Auch die schwedische Regierung schaltete sich ein, denn Djalali hat neben der iranischen auch die schwedische Staatsangehörigkeit. 

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