Zum Hauptinhalt springen

Premiere in Belgien: Brüsseler Klinik wendet „Erweiterte Realität“ bei Tumor-Operationen an

An der Universitätsklinik Saint-Luc in Brüssel (Foto) sind im März und April zwei bisher einmalige Operationen erfolgt. Zum ersten Mal wurde in Belgien bei der Entfernung von Tumoren mit „Erweiterten Realität“ („augmented reality“) gearbeitet, wie das Institut Roi Albert II., das auf die Behandlung seltener Krebserkrankungen spezialisiert ist, jetzt mitteilte.

Andreas Kockartz Belga
Veröffentlicht:

Bei den Patienten, bei denen diese Eingriffe erfolgten, handelte es sich um Menschen mit Sarkomen im Beckenbereich. Sarkome sind seltene Krebsarten, die sich vor allem in Knochen oder Weichteilgewebe entwickeln. 

Obwohl Sarkome nur etwa 2 % aller Krebsfälle ausmachen, sind sie äußerst vielfältig und können Menschen aller Altersgruppen betreffen. Dies erschwert die Diagnose und erfordert besondere Behandlungsmethoden, wie jetzt in Brüssel eine Operation mit „Erweiterter Realität“.

Für die Operationen nutzte der operierende Chirurg eine spezielle Brille. Über diese Brille wurden im Vorfeld erstellte medizinische Bilder direkt über den Körper der Patienten projiziert. 

Damit konnten die operierenden Ärzte die Lage der Tumore in Echtzeit erkennen und ihre Eingriffe besonders präzise durchführen. Die „Erweiterte Realität“ überlagerte dabei den eigentlichen Operationsbereich mit virtuellen Informationen, die eine verbesserte Orientierung während der OP ermöglichten.

Weltweit noch selten genutzt

Derartige Eingriffe mit „Erweiterte Realität“ sind nicht nur in Belgien eine Premiere, sondern sie kommen weltweit noch selten zur Anwendung, denn sie sind nicht einfach durchzuführen. Angewendet kann dieses System nicht nur bei der Behandlung bzw. Entfernung von Tumoren, sondern auch bei der Erstellung bzw. operativen Anbringung von Gewebestrukturen. 

Das Institut Roi Albert II gehört zur Uniklinik Saint-Luc, die wiederum Teil der freien frankophonen Brüsseler Universität UCL ist. Dieses medizinische Institut ist überdies Teil des europäischen Netzwerks Euracan, das auf seltene Tumore bei Erwachsenen spezialisiert ist. Es ist nicht zuletzt als belgisches Referenzzentrum für die Behandlung von Sarkomen anerkannt. 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5