In europäischen Weinen sind hohe Konzentrationen Trifluoracetat-Essigsäure (TFA) festgestellt worden. Das ist eine Art PFAS, also Kunststoffpartikel, die als „forever chemicals“ gelten. Weine aus dem belgischen Bundesland Flandern enthalten laut einer Studie die zweithöchste Konzentration TFA in ganz Europa.
EU-weite Studie: Besonders hohe PFAS-Konzentrationen in Weinen aus Flandern
Diese hohe TFA-Konzentration ist der Studie „PAN-rapport Message in a bottle. The Rapid Rise of TFA Contamination Across the EU “ von mehreren Umweltverbänden, worunter der Bund für eine bessere Umwelt (BBL) aus Flandern, Global 2000 und die Organisation Pesticide Action Network (PAN Europa), zu entnehmen. Hier wurde festgestellt, dass die TFA-Konzentrationen in europäischen Weinen bis zu 100 Mal höher liegen, als die TFA-Werte im Oberflächen- und Trinkwasser in Europa.
Untersucht wurden Weine aus Österreich, Belgien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Luxemburg und Spanien. Hieraus wurde ersichtlich, dass die zweithöchsten Werte der flämischen Region in Belgien gemessen wurden. In allen der 49 überprüften Weine wurde übrigens TFA bzw. PFAS festgestellt.
Vor allem Weine, die nach 2010 produziert wurden, sind betroffen. Insgesamt wurden bei den Proben 18 verschiedene Formen von PFAS und anderen Chemikalien, wie z.B. Pestizide oder Kühlmittel (F-Gase) festgestellt, so die Studie - im Durchschnitt 122 Mikrogramm pro Liter.
BBL und PAN rufen jetzt dazu auf, PFAS in Unkrautvernichtern zu verbieten und Lebensmittel in der Frage der Risiken von PFAS- oder TFA-Belastung besser zu überwachen. In Flandern bestehe bereits ein Verbot für Stoffe, die die Natur nicht selbst abbauen kann, verlautet von Seiten des flämischen BBL.
Doch Flanderns neuer Landesminister für Landwirtschaft Jo Brouns (CD&V) habe noch nichts konkretes in dieser Richtung unternommen. Die Ergebnisse dieser Studie auf Basis von Wein-Stichproben bestätige aber, dass „der PFAS-Kran so schnell wie möglich zugedreht werden muss.“ Nur so könne man dafür sorgen, dass TFA nicht mehr im Lebensraum von Mensch und Tier vorkommen könne.
