Der Stadtrat der Gemeinde Brüssel-Stadt hat einstimmig einen Antrag verabschiedet, wonach sich die Stadt Brüssel offiziell „antifaschistische Stadt“ nennen wird. Diese Entscheidung steht im Zusammenhang mit dem 8. Mai, dem Tag im Jahr 1945, an dem die Nazis kapitulierten und der das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete.
Stadtratsbeschluss: Brüssel wird offiziell eine „antifaschistische Stadt“
Der ursprünglich von den Brüsseler Grünen Ecolo/Groen eingereichte Antrag wurde vom Kollegium der Schöffen der Sozialisten, Liberalen und Christdemokraten begrüßt und zur Abstimmung gebracht. Mit dem Antrag will die Stadt Brüssel die Geschichte der Stadt im Kampf gegen den Faschismus unterstreichen und diese Rolle auch in Zukunft bekräftigen.
Die grüne Stadträtin Zoubida Jellab (Ecolo), die den Antrag eingebracht hatte, erinnerte daran, dass „die Ideen der extremen Rechten heute sehr lebendig sind. In den Vereinigten Staaten unter Trump, aber auch hier bei uns in Europa - wie in Italien, Polen, Ungarn, Deutschland, den Niederlanden, Finnland, der Slowakei, Schweden, Portugal, Spanien und bei uns“, so Jellab. Die Stadt Brüssel bekräftigt damit, dass sie sich dem Kampf gegen alle Formen von Hass, Faschismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Islamophobie usw. verpflichtet fühle.
„Hauptstadt Europas in der Opposition“
Bürgermeister Philippe Close (PS, frankophone Sozialisten) unterstrich die Bedeutung des Antrags und forderte die anwesenden Ratsmitglieder auf, einstimmig abzustimmen. Dies war wichtig, so Close, „weil wir als Hauptstadt Europas heute ein wenig in der Opposition sind.“
Der Brüsseler Bürgermeister erinnerte auch daran, dass der Brüsseler Stadtrat in der Vergangenheit viel rechter war als heute und dass „seit 20 Jahren keine Faschisten mehr in der Stadt Brüssel gewählt wurden“. Der Bürgermeister ist „stolz“ auf den heutigen Stadtrat, „mit Leuten, die ein bisschen von überall her kommen“. Die größte kosmopolitische Stadt Europas gehe wieder einmal mit gutem Beispiel voran, denn „es ist egal, woher man kommt, was zählt, ist, was man gemeinsam aufbaut“, so Close abschließend.
