Eine Fotografiestudentin der KASK (Königliche Akademie der Schönen Künste) in Gent wurde am 9. April in der Türkei verhaftet. Dies geschah während einem der zahlreichen Proteste in Istanbul gegen die Verhaftung des dortigen Bürgermeisters durch die Regierung. Nach Angaben der Kunsthochschule wurde die Studentin wegen des Verdachts der „Beleidigung des Präsidenten“ verhaftet. Die KASK und das Konservatorium von Gent sowie ein Politiker fordern ihre sofortige Freilassung.
Fotografiestudentin aus Gent bei Protesten in Istanbul festgenommen – Freilassung gefordert
Esila Ayik, Fotographiestudentin an der KASK in Gent, kehrte nach den Osterferien nicht zurück zum Unterricht, weil sie in der türkischen Hauptstadt Istanbul festgenommen wurde. Warum genau sie festgehalten wird, ist nicht ganz klar. Einigen Dozenten an der Kunsthochschule zufolge wollte sie einfach nur die Proteste fotografieren.
Die Fotostudentin nahm am 9. April in Istanbul auch an einem der Massenproteste gegen die Verhaftung von Bürgermeister Eekrem İmamoolu, dem Hauptgegner von Präsident Erdogan, teil. Nach dem Protest wurde Esila jedoch festgenommen. Inzwischen befindet sich die Studentin seit fast zwei Wochen wegen des Verdachts der „Beleidigung des Präsidenten“ im Gefängnis. Die KASK und das Konservatorium von Gent fordern ihre sofortige Freilassung. Das Auswärtige Amt teilte schriftlich mit, dass der Fall weiterverfolgt wird.
Der Fraktionsvorsitzende der N-VA in der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament, Axel Ronse, hat einen Brief an den türkischen Botschafter in Belgien geschickt, um auf das Schicksal von Esila Ayik aufmerksam zu machen. Die türkische Studentin war vor einigen Monaten Praktikantin bei Ronse. Jetzt macht er den Botschafter in einem Brief auf die gesundheitliche Situation der jungen Frau aufmerksam. „Die Situation scheint bedenklich, nicht nur wegen der Auswirkungen auf ihr Studium und ihr geistiges Wohlbefinden, sondern vor allem auf ihre körperliche Gesundheit“, so Ronse. Esila leide an Nieren- und Herzproblemen.
