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Künstliche Intelligenz überwacht in mehr als 1.000 Zimmern von Pflegeheimen, ob Bewohner stürzen

30 bis 70 % der Senioren in belgischen Pflegeheimen stürzen mindestens einmal im Jahr. Um im Falle eines Sturzes schneller eingreifen zu können, werden in den Heimen zunehmend Systeme mit Künstlicher Intelligenz (KI) eingesetzt, die das Zimmer überwachen. Ein Sturz kann für ältere Menschen schwerwiegende Folgen haben, bis hin zum Krankenhausaufenthalt. Aber was ist mit der Privatsphäre?  

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In mindestens 1.000 Zimmern von Pflegeheimen in Belgien werden die Bewohner ständig von Bildsensoren mit Künstlicher Intelligenz (KI) überwacht. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die VRT NWS bei mehreren Unternehmen durchgeführt hat, die diese Technologie anbieten. Die Sensoren überwachen, ob ein Bewohner einer Pflegeeinrichtung in seinem Zimmer stürzt. Wenn die KI einen Sturz zu bemerken scheint, geht eine Meldung an das Personal des Pflegeheims. Die KI-Sensoren beobachten also ständig das Zimmer, aber die Bilder sind anonymisiert.  

Dennoch müssen wir der Technologie kritisch gegenüberstehen, sagt Koen Milisen, Professor für Altenpflege an der Katholischen Universität von Löwen (KULeuven) und Vorsitzender des flämischen Kompetenzzentrums für Sturzprävention, denn die KI konzentriert sich noch nicht ausreichend auf Prävention: „Das Wichtigste ist jedoch, dass wir ältere Menschen weiterhin vor Stürzen schützen, indem wir ihre körperliche Verfassung verbessern. Das geht, indem wir am Gleichgewicht und an der Muskelkraft arbeiten, die Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln reduzieren und Sehschwäche lindern.“

Und was ist mit der Privatsphäre?

Die KI-Systeme auf dem belgischen Markt funktionieren alle auf ihre eigene Weise, aber sie sind nach den europäischen Datenschutzgesetzen zugelassen. Bei Nobi, dem Unternehmen, das seine Sensoren in Lampen einbaut, funktioniert das folgendermaßen: „Bei uns erfolgt die gesamte Bildverarbeitung komplett lokal, in der Lampe selbst. Wenn kein Sturz entdeckt wird, werden die Bilder sofort gelöscht“, sagt Nobi-CEO Roeland Pelgrims. 

„Nur wenn es zu einem Sturz kommt, erhält das Pflegeteam eine Benachrichtigung in Form einer anonymen Animation mit einem Strichmännchen, auf dem niemand zu erkennen ist. Wenn eine Pflegeeinrichtung beschließt, die Bilder vorübergehend aufzubewahren - zum Beispiel, um die Ursache eines Sturzes zu analysieren - werden diese Bilder nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Wir speichern die Bilder übrigens nur, wenn Bewohner und Angehörige zustimmen“, so Pelgrims weiter.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die Nobi-Lampe sendet solche Bilder an das Pflegepersonal

Mit dem System von Kaspard werden die Bilder ebenfalls anonymisiert (Video unten). „Manchmal schauen wir uns die Bilder eines Sturzes an, um herauszufinden, was schief gelaufen ist“, sagt Direktor Yves Minnoye vom Seniorenheim Damiaan in Tremelo in Flämisch-Brabant, wo Kaspard eingesetzt wird: „Dann richten wir zum Beispiel ein Zimmer um, um Unfälle zu vermeiden. Das System macht uns wirklich schlauer und hilft nicht nur, Stürze zu melden, sondern auch, sie zu verhindern.“

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