In den ersten Monaten des Jahres 2025 wurden in Flandern rund 20 Prozent mehr Immobilien verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Zahl stammt aus dem Immobilienbarometer des Notariats. „Die Käufer haben auf eine niedrigere Registrierungsgebühr gewartet“, so Bart van Opstal, Sprecher von Notaris.be, dem Verband der belgischen Notare.
Belgiens Immobilienbranche erholt sich: Käufer haben auf niedrigere Registrierungsgebühr gewartet
In den ersten Monaten des Jahres 2025 herrschte auf dem flämischen Wohnungsmarkt Hochbetrieb: In Flandern stieg die Zahl der Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 20 %. In Belgien insgesamt betrug der Anstieg fast 16 %. Am stärksten war der Anstieg im Januar und Februar; im März stabilisierten sich die Zahlen wieder.
Laut Notar Bart van Opstal, Sprecher von Notaris.be, sind die gesunkenen Registrierungsgebühren für diesen Anstieg verantwortlich. Seit dem 1. Januar sind die Registrierungsgebühren in Flandern von 3 auf 2 Prozent gesunken. Die Käufer haben offensichtlich gewartet, um von dieser Maßnahme zu profitieren. Beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung ist 1 Prozent weniger ein großer Betrag.
„Außerdem waren die Zinssätze auf einem Tiefstand, und es war interessanter, einen Kredit aufzunehmen“, stellt der Notar fest. „Inzwischen sind die Zinssätze jedoch wieder auf den Vorjahresprozentsatz gestiegen“.
In Ostflandern sind die Immobilienverkäufe am stärksten gestiegen (+22,9 Prozent), gefolgt von Flämisch-Brabant (+21,2 Prozent). In Westflandern betrug der Anstieg 18,7 Prozent, in Antwerpen 17 Prozent und in Limburg 15,8 Prozent.
Van Opstal zufolge hat die Tatsache, dass in Ostflandern so viele Häuser gekauft wurden, mit der Beliebtheit Gents zu tun. „Dort gibt es viele junge Interessenten, die unbedingt etwas kaufen wollen“, sagte er.
Häuser werden teurer, Preise für Wohnungen bleiben stabil
Im Durchschnitt kostete ein Einfamilienhaus in Belgien in den letzten Monaten 355.371 Euro, das ist 8 Prozent teurer als im Jahr 2024. In Flandern gab es einen geringeren Anstieg von 3 Prozent. Hier wurden aberdurchschnittlich 379.737 Euro für ein Haus gezahlt.
Der Preis für Wohnungen blieb in ganz Belgien mit 271.218 Euro stabil. In Flandern sank der Preis sogar auf 279.332 Euro, was einem leichten Rückgang von 1,2 Prozent entspricht.
Durchschnittspreise für Eigenheime (dunkle Linie) und Wohnungen in Belgien
Unter den flämischen Provinzen war Limburg der größte Ausreißer. Dort stieg der Preis für ein Einfamilienhaus um 4,3 Prozent. In Westflandern hingegen war der Preisanstieg am geringsten: Ein Haus ist dort jetzt 1,2 Prozent teurer als 2024.
Durchschnittliche Hauspreise pro Provinz
Anders sieht es bei den Wohnungen aus: In Westflandern ist der Preis sogar um 5,6 Prozent gesunken. Das hat mit den Wohnungen an der Küste zu tun. „Die Preise an der Küste sind in den letzten Jahren enorm gestiegen, und jetzt haben wir dort eine leichte Korrektur festgestellt“, so Van Opstal.
Andere Provinzen verzeichneten leichte Anstiege, von 0,1 Prozent in Limburg bis 2,5 Prozent in Flämisch-Brabant.
Durchschnittliche Wohnungspreise pro Provinz
Mehr junge Käufer
Dass die Hauspreise steigen, während die Wohnungspreise stabil bleiben, hat laut Van Opstal mit den vielen jungen Käufern zu tun. Vor allem sie sollen ihren Kauf aufgeschoben haben, um von den reduzierten Registrierungsgebühren und den niedrigen Zinssätzen zu profitieren. „Junge Leute suchen eher nach einem Haus als nach einer Wohnung, und diese höhere Nachfrage führt zu einem Preisanstieg“, so Van Opstal.
