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Letztes deutsches U-Boot-Wrack im belgischen Teil der Nordsee identifiziert

Nach 40 Jahren sind alle 11 Wracks deutscher U-Boote aus dem Ersten Weltkrieg im belgischen Teil der Nordsee identifiziert worden. Das einzige Wrack, das noch nicht identifiziert war, war das des UB-57 von 55 Metern Länge. „Es war ein berüchtigtes U-Boot, mit dem die Deutschen 46 Schiffe versenkt haben“, sagt Taucher und Meeresarchäologe Tomas Termote.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Belgien zählt 11 Wracks deutscher U-Boote aus dem Ersten Weltkrieg. Der Großteil davon ging durch das Auffahren auf Minen unter, eines sank durch die Explosion einer Fliegerbombe und ein weiteres durch den Einschlag eines Torpedos. In den letzten 40 Jahren wurde Forschung betrieben, um all diese Wracks im Detail zu untersuchen, zu studieren, zu dokumentieren und zu identifizieren.

Es blieb noch eines übrig, gelegen im westlichsten Teil unseres Seegebiets, direkt an der Grenze zu Frankreich. Es war sehr schwierig, dieses Wrack zu identifizieren. Aber es ist nun also doch gelungen.

Tomas Termote (links) und Carl Decaluwé (rechts)

„Unglaublicher Moment“

Es war der Taucher und Meeresarchäologe Tomas Termote, der das Wrack als das des UB-57 identifizieren konnte. Es war die Steuerbordschraube des Wracks, die zur Identifikation führte. Tomas Termote: „Es war ein unglaublicher Moment, als ich beim Tauchen die Nummer des UB-57 auf dieser Schraube sah.“

Die Wrackreste liegen 17 Meter tief im Meer bei der Westhinder, einer Sandbank. Sie sind vom Sand bedeckt. „Um das Wrack identifizieren zu können, wurde es mithilfe eines Schiffs der Baggergruppe DEME freigelegt. Wir wollten das Wrack auf keinen Fall beschädigen. Nach der Identifikation wurde es sorgfältig wieder mit Sand bedeckt, um die Überreste weiterhin zu schützen.“

Die Steuerbordschraube

Seemannsgrab

Das UB-57 ist als berüchtigtes U-Boot bekannt. Tomas Termote vergleicht das Schiff mit dem Flugzeug des ‚Roten Barons‘, des deutschen Piloten, der im Ersten Weltkrieg 80 Flugzeuge abschoss. „Das U-Boot kam erst 1917, also gegen Ende des Krieges, in Fahrt. In kurzer Zeit versenkte es 46 Schiffe. Am 14. August 1918 sank das UB-57 selbst, vermutlich nachdem sie in einem britischen Minenfeld vor der flämischen Küste getroffen wurde.“

Es waren 34 Besatzungsmitglieder an Bord. 5 von ihnen wurden eine Woche später in Zeebrügge und Vlissingen angespült. In dem Wrack befinden sich also noch immer die sterblichen Überreste von 29 Besatzungsmitgliedern. Provinzgouverneur Carl Decaluwé: „Das ist ein Seemannsgrab. 29 Menschen sind in diesem U-Boot eigentlich begraben. Und das müssen wir mit Respekt behandeln. Da das Wrack über 100 Jahre alt ist, steht es ohnehin unter Schutz. Das Wrack auszugraben ist also keine Option.“

Decaluwé spricht von einem Spitzenstück des maritimen Erbes. „Das Wrack ist fast vollständig intakt. Spezialisten sagen, dass es weltweit nur wenige Wracks gibt, die so gut erhalten sind.“

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VIDEO: Das UB-57 auf dem Boden der Nordsee

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