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Inland
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Arbeitsministerin Demir will Anzahl der Engpassberufe reduzieren, für die man einfacher Arbeitskräfte von außerhalb der EU anwerben darf

Flanderns Arbeitsministerin Zuhal Demir (Nationaldemokraten, N-VA) will die Anzahl der Engpassberufe reduzieren, für die eine unkomplizierte Arbeitsmigration von außerhalb der EU möglich ist. Das berichtet die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd. Unter anderem Lkw-Fahrer, Busfahrer und Installateure von sanitären Anlagen sollen von der Liste verschwinden. Demir findet, dass es zu viel Missbrauch gibt.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Im vergangenen Jahr stellte die Regierung eine Rekordanzahl von fast 19.000 kombinierten Arbeits- und Aufenthaltserlaubnissen für Arbeitnehmer außerhalb der EU aus – fast 70 Prozent mehr als der Durchschnitt der fünf Jahre zuvor. Es handelt sich dabei um hochqualifizierte Jobs wie IT-Fachkräfte, aber auch um beispielsweise Metzger oder Pflegekräfte.

Um festzulegen, für welche Berufe ein Arbeitgeber außerhalb der EU suchen darf, erstellt die flämische Regionalregierung eine Liste struktureller Engpassberufe – die sogenannte ‚Migrationsliste‘. Darauf stehen auch einige ‚mittelqualifizierte‘ Berufe wie Bäcker oder Pflegekräfte. Demir will diese Liste nun kürzen und so die Zahl der Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern, die über einen Engpassberuf hierherkommen, senken. Das geht aus einem Entwurf eines Ministerialerlasses hervor.

Von den 29 Berufsgruppen auf der Liste streicht sie elf, darunter Lkw-Fahrer, Autobus- und Autocarfahrer, Installateure von sanitären Anlagen, Metzger, Bäcker, Bohrmaschinenführer, Aufzugsinstallateure und Fliesenleger. Ihre Begründung ist, dass es für diese Berufsgruppen im eigenen Land genügend Arbeitsuchende und Inaktive gebe.

Gleichzeitig fügt sie fünf Berufe hinzu, wie Asbestentferner, Installateure von Datenkommunikationsnetzwerken und Anlagenbediener in der Chemie. Für Hochqualifizierte gibt es ein flexibleres Verfahren zur Einreise. Daran soll vorerst nichts geändert werden.

Zu viel Missbrauch

Laut Ministerin Demir berichten sowohl die Sozialinspektion als auch der Rechnungshof von Missbräuchen bei der Liste der Engpassberufe. Sie spricht von Bäckern, die in Dönerläden arbeiten, Lkw-Fahrern, die als Umzugshelfer eingesetzt werden, und Metzgern, die in Supermärkten arbeiten. „Das ist ein Vorschlag, den ich auf Grundlage zu vieler Missbräuche und eines starken Anstiegs der Zahl von Menschen mache, die nicht aus den richtigen Gründen aus Nicht-EU-Ländern hierhergeholt werden“, sagt sie.

„Wir haben in Flandern 200.000 Arbeitssuchende und zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten“, so die Ministerin. „Wir haben auch viele kollektive Entlassungen. Wir werden diese Menschen hier ausbilden und dann gezielt in diese Berufe führen.“

„Rückschritt“

Unter anderem bei der Belgischen Föderation der Autobus- und Autocarunternehmen (FBAA) zeigt man sich wenig begeistert über Demirs Pläne. „Autobus- und Autocarfahrer sind seit Langem als Engpassberuf anerkannt und seit 2023 sogar als schwerer Engpassberuf“, sagt CEO Pieter Van Bastelaere. „Wir suchen noch 600 Personen, um unsere Stellen zu besetzen – unter anderem für Fahrten im Auftrag von De Lijn, aber auch für den Personentransport im Hafen und in den Pharmaclustern. Dass wir von dieser Liste gestrichen werden sollen, ist also ein Rückschritt.“

Wenn wir von der Liste gestrichen werden, wird es für uns viel schwieriger, um diese Stellen zu besetzen

Pieter Van Bastelaere, CEO FBAA

„Wir finden diese Leute einfach nicht in Flandern, weshalb wir gezwungen sind, in anderen Ländern, auch außerhalb der EU, zu suchen. Auf diese Weise haben wir bereits Dutzende Fahrer gefunden, die bereit sind, nach Flandern zu kommen und hier als Autobus- und Autocarfahrer zu arbeiten. Wenn wir von der Liste der schweren Engpassberufe gestrichen werden, wird es für uns viel schwieriger, Leute hierherzuholen, um diese Stellen zu besetzen.“

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