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Gesundheit

Online-Hilfe für junge Opfer sexuellen und körperlichen Missbrauches immer erfolgreicher

Im vergangenen Jahr haben mehr junge Menschen als je zuvor über die Online-Chat-Plattform 'Nu praat ik ervover' (dt.: Jetzt rede ich darüber) um Hilfe gebeten. ‚Nu praat ik ervover‘ bietet Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die Opfer von körperlichem oder sexuellem Missbrauch geworden sind. In den letzten 3 Jahren ist die Zahl der Personen, die sich an den Online-Chatdienst wenden, um 18 % gestiegen. Die einfache Zugänglichkeit des Chatdienstes und die Anonymität, die er bietet, führen dazu, dass er diejenigen erreicht, die von anderen Unterstützungs- und Beratungsangeboten nicht erreicht werden.

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Immer mehr Kinder und Jugendliche finden den Weg zu den Online-Chat-Diensten von ‚Nu praat ik ervover‘. In seinem Jahresbericht gibt der Hilfsdienst an, dass sich im vergangenen Jahr 928 Personen an ihn wandten und 1.407 Chats stattfanden. Im Jahr 2023 kontaktierten 787 Personen ‚Nu praat ik ervover‘. Die Plattform richtet sich vor allem an junge Menschen, die körperliche Misshandlung oder sexuelle Gewalt erleben.

Die Direktorin der Plattform, Karolien François: „Wir stellen fest, dass die Zahl der Chat-Sitzungen und der Personen, die sich an uns wenden, von Jahr zu Jahr zunimmt, und dass dies mit begrenzten Mitteln für die Informationskampagne erzielt werden konnte“.

„In den letzten 3 Jahren ist die Zahl der Nutzer um 18 % gestiegen. Wenn der Trend anhält, werden wir bis 2028 die Zahl der Nutzer verdoppeln“.

Laut den Statistiken des Zentrums für die Opfer von Kindesmissbrauch aus dem Jahr 2022 ist mindestens eines von 20 Kindern ein Opfer von schwerem Kindesmissbrauch. Inzwischen hat mehr als die Hälfte aller Erwachsenen irgendeine Form von sexueller Gewalt erlebt.

Online-Hilfe in Anspruch nehmen

Mehrere Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche, die von sexuellem oder körperlichem Missbrauch betroffen sind, eher online Hilfe suchen, als sich persönlich an jemanden zu wenden. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Online-Hilfe so leicht zugänglich ist.

„Selbst Menschen, die bereits in Therapie oder in stationärer Betreuung sind, sprechen manchmal mit uns über das, was sie gerade durchmachen oder durchgemacht haben. Sie fühlen sich online sicherer“, sagt Karolien François.

Die Anonymität, mit der eine Person um Hilfe bitten kann, ist ebenfalls ein Faktor. „Da die Leute ihren eigenen 'Nickname' wählen können und die Möglichkeit haben, sich jederzeit abzumelden, haben sie die volle Kontrolle über das Gespräch. Dank all dieser Faktoren können wir eine Gruppe erreichen, die den Schritt zur Beratung nicht wagt.

Buddys

Anna De Laat ist die Leiterin des Buddy-Projekts von ‘Nu praat ik ervover’. Sie sagte gegenüber VRT NWS, dass sich nicht jeder, der seine Geschichte über den Chatdienst erzählt, sofort verstanden fühlt. Das Buddy-Projekt zielt darauf ab, jemanden zu finden, der den Opfern Mitgefühl, ein offenes Ohr und Unterstützung bietet.

„Ein Buddy ist selbst ein Opfer von Kindesmissbrauch, in welcher Form auch immer. Aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen bietet er den Opfern von körperlichem oder sexuellem Missbrauch Unterstützung an.

„Wir wollen die Opfer wissen lassen, dass sie nicht allein sind und wir gemeinsam nach einer Lösung suchen können“, so Anna De Laat noch.  

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