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Belgiens König Philippe feiert 65. Geburtstag: Deutschlands Bundespräsident Steinmeier gratuliert

König Philippe bläst heute 65 Kerzen aus. Zu diesem Anlass hat der Königliche Palast das obige Foto veröffentlicht. Philippe ist seit fast 12 Jahren das belgische Staatsoberhaupt. Ein Porträt: vom tapsigen Prinzen, der als ungeeignet für den Thron galt, zum Monarchen mit einer fast makellosen Erfolgsbilanz. 

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Auf den Tag genau vor 65 Jahren fallen in unserem Land 101 Böllerschüsse: Ein Prinz wird geboren. Phillipe war das erste Kind von Prinz Albert und Prinzessin Paola. Albert ist der jüngere Bruder von König Baudouin. Phillipe wuchs im Schloss Belvédère in Laeken auf und schon bald wurden seine Geschwister Astrid und Laurent geboren.

Weil die Ehe von König Baudouin und Königin Fabiola kinderlos blieb, nahmen sie immer mehr Einfluss auf die Erziehung von Prinz Phillipe, da er in der Thronfolge nach seinem Vater Albert,  der zweite in der Reihe der Nachfolger Baudouins als König war.

Nach der Mittelschule besuchte Phillipe die Königliche Militärschule. Er absolvierte eine verkürzte Ausbildung zum Jagdflieger und Fallschirmjägert. Nach einem Trimester als freier Student an der Universität Oxford im Vereinigten Königreich und drei Jahren an der Universität Stanford in den USA erwarb er einen Master-Abschluss in Politikwissenschaften.

Unerwartet doch kein König

Am 31. Juli 1993 starb König Baudouin völlig unerwartet. Die belgische Regierung bat seinen Bruder Albert den Thron zu übernehmen, und der sagte sofort zu. Nur hatte offenbar niemand daran gedacht, auch Prinz Philippe zu informieren. Für ihn war dies  ist das eine schmerzhafte Episode, weil er sich wohl zurecht, übergangen fühlte.

Das Image des Prinzen sprach gegen ihn. Er kam hölzern und etwas weltfremd daher. Fast alles, was er in der Öffentlichkeit sagte, wurde akribisch vorbereitet. Es war so straff inszeniert, dass der Prinz manchmal sogar geradezu desinteressiert wirkte.

Dabei entstanden aber auch einige bemerkenswerte Bilder. So führte er 1992 ein denkwürdiges Gespräch mit dem Astronauten und ersten Belgier im All, Dirk Frimout. „Sagen Sie einfach Phillipe, im Weltraum gibt es kein Protokoll“, heißt es da.

Mathilde sorgt für frischen Wind

1999 überraschte Prinz Phillipe alle mit der Bekanntgabe seiner Verlobung mit Mathilde d'Udekem d'Acoz. Er betonte, dass er habe seine Verlobte selbst gefunden, so dass niemand auf die Idee kommen sollte, es handele sich um eine eingefädelte Ehe. Nur drei Monate später fand die  feierliche Hochzeitszeremonie statt.

Mathilde ist seine Förderin und Stütze. „Ich bewundere die Art und Weise, wie meine Frau mit den Menschen umgeht, ich habe eine enorme Hilfe von ihr“, sagt er über sie. „Es gibt auch etwas, das wir in unserer Familie gemeinsam haben: Wenn wir unter uns sind, lachen wir viel. Wir haben Humor, und das ist wichtig für uns.“

Das Paar bekommt vier Kinder: Auf Kronprinzessin Elisabeth (2. von links) folgen die Brüder Gabriel und Emmanuel sowie die Schwester Eléonore. Eléonore wird übrigens morgen 17 Jahre alt.

Dann also doch noch König

2013 dankte König Albert dann aber unerwartet ab. Nach 20 Jahren im Wartesaal war nun endlich Prinz Phillipe an der Reihe, belgischer König zu werden. Und sowohl Freund als auch Feind bestätigen: Er hat bisher einen nahezu makellosen Parcours zurückgelegt.

Ein neuer Wind wehte durch den Palast: König Phillipe erfüllte seine Aufgaben von Anfang an vorbildlich. Der Königspalast setzte seitdem auf Erneuerung, und dazu gehörte auch eine immer stärkere Präsenz in den sozialen Medien.

König Philippe hält sich sehr gut auf dem Laufenden und vertritt und fördert unser Land im In- und Ausland. In schwierigen Momenten schafft er es, eine verbindende Figur zu sein: zum Beispiel nach den Terroranschlägen in Brüssel und der Flutkatastrophe in Wallonien.

Auch während der Corona-Krise sprach er dem Land immer wieder Mut zu und ermutigte die Gesundheitsdienstleister, so gut er konnte. König Philippe selbst stand bei den Koalitionsverhandlungen der belgischen Bundesregierung an vorderster Front.

Und er empfing auch Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes an der Front stehen: Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky wurde mehrmals in den Palast eingeladen. Seine Weihnachtsbotschaften beinhalten in der Regel einen Aufruf zum Frieden, sei es in der Ukraine, in Gaza oder im Sudan.

Gleichzeitig kennt er die bewegte Vergangenheit seiner Vorgänger. Im Juni 2020 schrieb er einen Brief an den kongolesischen Präsidenten, in dem er sein Bedauern über die Untaten unter der Herrschaft von König Leopold II. ausdrückte. Und er nahm seine Stiefschwester Delphine Boël in die Familie auf, die uneheliche Tochter seines Vaters.

Spontaner und lockerer

König Phillipe hat sich in den letzten Jahren zunehmend von seiner spontanen und humorvollen Seite gezeigt. Er drehte zum Beispiel humorvolle Videos mit der belgischen Fußballnationalelf, den Roten Teufeln, und sprach in einem Dokumentarfilm über seine 10 Jahre auf dem Thron ganz offen über seine schwierige Kindheit, und auch darüber, wie sensibel er ist.

So zeigt er sich auch in der Öffentlichkeit als stolzer - und auch gefühlvoller - Vater. Zum Beispiel bei der Parade am Nationalfeiertag, wenn einige seiner Kinder vorbeimarschieren oder bei der Abschlussfeier von Kronprinzessin Elisabeth an der Universität Oxford.

Das Königsein hat König Philippe lockerer und spontaner gemacht. „Als ich den Eid abgelegt habe, hatte ich das Gefühl, dass es bei mir einen Klick gemacht hat“, sagt er selbst. „Ich glaube, die Menschen haben ein bisschen mehr verstanden, wer ich bin.“

Deutschlands Bundespräsident Steinmeier gratuliert Seiner Majestät Philippe König der Belgier

„Zu Ihrem 65. Geburtstag gratuliere ich Ihnen sehr herzlich. Ich hoffe, Sie verbringen einen erfüllten und glücklichen Tag im Kreise Ihrer Familie und guter Freunde.

Als Gründungsmitglieder der Europäischen Union sind die Bundesrepublik Deutschland und das Königreich Belgien durch vielfältige freundschaftliche Beziehungen eng miteinander verbunden. Diese sind ein wesentlicher Grundpfeiler der europäischen Einigkeit und Zusammenarbeit. Ich bin dankbar für die vertrauensvolle Nachbarschaft, die unsere Länder verbindet. Sie bedeutet mir und meinen Landsleuten sehr viel.

Die ausgezeichneten und partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland sind in hohem Maße auch mit Ihnen und Ihrer Familie verbunden. Ich möchte diese Gelegenheit daher gerne nutzen, Ihnen einmal mehr sehr herzlich für Ihren persönlichen Beitrag zur belgisch-deutschen Freundschaft zu danken. Diese Partnerschaft zu pflegen und zu stärken bleibt mir auch persönlich ein großes Anliegen.

Seit über zehn Jahren halten Sie Ihr Land nun zusammen, über alle politischen Auseinandersetzungen hinweg, und Sie sind und bleiben Garant für die innere Einheit Belgiens. Besonnen und mit ruhiger Hand vermitteln Sie Ihren Landsleuten, und vielen Menschen in unserem gemeinsamen Europa, Zuversicht und ein Gefühl von Stabilität in ungewissen Zeiten wie diesen. Sie bekennen sich klar zu Offenheit, Toleranz und Vielfalt in Ihrem Land und wirken damit vorbildhaft auf Menschlichkeit und Zusammenhalt hin. Unsere Gesellschaften brauchen das mehr denn je.

Trotz der vielfachen Herausforderungen unserer Zeit wollen wir gemeinsam weiter auch die Chancen und Möglichkeiten im Blick behalten, die sich den Menschen in Europa eröffnen. Nur zusammen und nur auf der Basis europäischer Werte können wir die großen vor uns liegenden Aufgaben solidarisch und geschlossen meistern. Lassen Sie uns den Zusammenhalt in Europa gemeinsam weiter festigen.

Ich freue mich sehr, dass wir Ende April während meines Besuchs in Brüssel wieder die Gelegenheit zu einem persönlichen Austausch haben werden. Auch unserem anstehenden traditionellen Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter im September in der Schweiz sehe ich bereits mit großer Freude entgegen.

Für Ihr neues Lebensjahr wünsche ich Ihnen weiterhin viel Schaffenskraft und Freude an Ihren Aufgaben sowie Gesundheit für Sie und Ihre ganze Familie. Mögen Ihnen Zuversicht, persönliche Zufriedenheit und Kraft weiterhin treue Begleiter für all Ihre Vorhaben sein.“ (Quelle: Pressemitteilung des deutschen Bundespräsidenten)

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