Die Justiz der flämischen Universitätsstadt Leuven (dt.: Löwen) hat drei Männer wegen des Diebstahls von 1.883 Fässern Bier des Brauereikonzerns AB Inbev verurteilt. Ein Getränkehändler aus Linter kaufte das Bier von einem ehemaligen Mitarbeiter der Leuvener Brauerei. Der Händler verkaufte das gestohlene Bier im ganzen Land, weil er nach eigenen Angaben dringend Geld brauchte. Er muss 28 Monate ins Gefängnis und erhält ein Berufsverbot.
AB Inbev: Haftstrafen und hoher Schadenersatz für dreisten Bierfässerdiebstahl
Der Tatbestand kam im Mai 2022 ans Licht, als AB Inbev eine Lieferung von Bierfässern nicht ausführen konnte. Der Grund dafür war, dass sich zu wenige Fässer im Lager des international von Leuven aus operierenden Getränkegiganten befanden. Eine große Anzahl Fässer schien plötzlich verschwunden zu sein. Zu diesem Zeitpunkt ermittelte die Polizei bereits gegen einen Getränkehändler aus Linter (Flämisch-Brabant). Die Beamten hatten Hinweise erhalten, dass dieser als Hehler einen illegalen Getränkehandel betrieb.
Geldnot als Motiv
Der Getränkegroßhändler verkaufte die Getränke in Tienen, wo sich seine Filiale befand, aber auch in Begijnendijk und Brüssel. Er machte auch Geschäfte in Limburg und Ostflandern. Eine telefonische Nachforschung ergab, dass er von einem Mitarbeiter von AB Inbev Fässer Bier zum Schnäppchenpreis von 50 Euro pro Fass erstand. Während der sechswöchigen Ermittlungen hatte er bereits 156 Fässer gekauft. Softdrinks kaufte er von einem anderen Mann, der sich ebenfalls vor Gericht verantworten musste.
Die Verteidigung verwies auf seine Geldnot als Motiv. „Mein Mandant hatte nichts mehr“, sagte sein Anwalt. "Er konnte nicht einmal mehr seine Miete bezahlen, da er nur noch Erwerbsunfähigkeitsleistungen erhielt. Im Verkauf von gestohlenen Bierfässern sah er einen Ausweg."
Wie viele Fässer Bier?
Der Angeklagte und der ehemalige AB Inbev-Angestellte gaben den illegalen Handel zu, aber die Anzahl der verkauften Fässer war umstritten. AB Inbev hat errechnet, dass in den Jahren, in denen die Tat stattfand, bis zu 3.076 Fässer aus ihrem Lager in Leuven gestohlen wurden. Nach Ansicht der Verteidigung kann jedoch nicht die gesamte Menge auf das Konto der Angeklagten gehen. Das Gericht entschied schließlich, dass 1.883 Fässer Bier gestohlen worden waren.
Insgesamt ergibt das einen Schadenersatz von 272.200 Euro. Der Getränkehändler wird zu 28 Monaten Haft und einem 5-jährigen Berufsverbot verurteilt. Der Ex-Angestellte bekommt 24 Monate Freiheitsstrafe, wovon die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Mann, der alkoholfreie Getränke lieferte, wird zu 10 Monaten Haft verurteilt.
