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Fünf belgische Fischerboote streng in britischen Gewässern kontrolliert: „Wir durften nicht einmal allein zur Toilette“

Fünf belgische Fischerboote, die vergangene Woche in britischen Gewässern fischten, wurden von den britischen Behörden einer äußerst strengen Kontrolle unterzogen. Der Fang wurde versiegelt, die Crews mussten in britische Häfen fahren und ihre Bordcomputer wurden beschlagnahmt. Einen konkreten Grund für das Vorgehen haben die Fischer bis heute nicht erhalten. Ihrer Meinung nach war die Kontrolle völlig unverhältnismäßig.

Jens Van Reet
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„Der Laderaum mit unserem Fang wurde versiegelt und wir standen unter Arrest“, berichtet Clancy Snauwaert, Kapitän des Fischkutters Z.26 Avanti. Gemeinsam mit vier anderen belgischen Booten sei sein Schiff am Dienstag in britischen Gewässern kontrolliert worden.

Zeugen berichten, dass die Schiffe komplett durchsucht wurden und man sie anwies, einen mehr als achtstündigen Umweg in britische Häfen zu machen. Dort wurden die Festplatten der Bordcomputer von den britischen Behörden zur weiteren Untersuchung mitgenommen.

„Es ging sogar so weit, dass niemand alleine zur Toilette durfte“, sagt Clancy. „In meinen 30 Jahren auf See habe ich so etwas noch nie erlebt. Wir wurden wie Piraten behandelt“, sagt ein Betroffener.

Finanzieller Schaden

Auch die Ausrüstung wurde beschlagnahmt – der Verdacht: falsche Logbucheinträge (‚misreporting‘). Die Festplatten befinden sich noch immer im Besitz der britischen Behörden. Das Schiff musste daraufhin nach Belgien zurückkehren.

„Wir konnten ohne Ausrüstung nicht mehr vorschriftsgemäß fischen und mussten nach Zeebrugge zurückkehren, um neue Geräte zu besorgen“, so Clancy. „Dadurch haben wir drei Tage verloren – ein finanzieller Schaden von 40.000 bis 50.000 Euro. Wenn wir nicht fischen, verdienen wir nichts.“

Ministerin Crevits: „Maßnahmen sind unverhältnismäßig“

Nach langem Warten wurden die Besatzungen schließlich wieder freigelassen. Doch der Vorfall hat bei den Fischern tiefe Spuren hinterlassen. „Es gibt keine konkrete Anklage, aber große Unsicherheit hinsichtlich weiterer Kontrollen“, sagt die flämische Fischereiministerin Hilde Crevits (flämische Christdemokraten, CD&V). „Die Maßnahmen haben gravierende Auswirkungen auf die Arbeit der Fischer und ihr Vertrauen wurde schwer erschüttert. Zudem drohen sehr hohe Geldstrafen.“

Laut Crevits war die Kontrolle Teil einer großangelegten britischen Kontrollaktion. Doch warum genau und mit welchem Ziel, ist weiterhin unklar. Die Ministerin hat inzwischen eine offizielle Erklärung von den britischen Behörden gefordert. „Die Maßnahmen sind unverhältnismäßig. Innerhalb der EU gibt es klare Regeln, dass Fischereikontrollen den Fangbetrieb so wenig wie möglich stören sollen. Doch seit dem Brexit ist Großbritannien nicht mehr an diese Prozeduren gebunden – und das scheint man nun auszunutzen.“

Die Fischer lassen sich von dem Vorfall nicht entmutigen. „Wir fahren wieder raus“, sagt Clancy. „Aber nicht mehr in britische Gewässer – das ist uns zu heikel. Wir weichen auf irische Gewässer aus.“

Clancy Snauwaert, einer der betroffenen Fischer

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