Ein Handelskrieg wäre für Flandern so oder so schlecht, aber „wir sollten uns auch nicht zu sehr selbst in Schwierigkeiten bringen“, meint Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA, Foto): „Wir sind immer noch eine sehr widerstandsfähige Wirtschaft und können viel tun, um die Auswirkungen zu minimieren.“
US-Zölle und Handelskrieg: Flandern verfügt über einen Puffer, um Schocks aufzufangen
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten neuen US-Einfuhrzölle werden die flämische Wirtschaft mindestens eine halbe Milliarde Euro pro Jahr kosten, schreibt die flämische Tageszeitung De Morgen in ihrer Dienstagsausgabe. Gegenüber dem VRT-Sender Radio 1 bestätigte Ministerpräsident Diependaele, dass diese 500 Mio. € dem Wert dieser Zölle bzw. den umgerechneten Steuereinnahmen für die USA entsprechen würden. Aber es bleibt extrem schwierig, das zu beziffern, nuancierte er, „weil wir erst zur Hälfte wissen, was die Pläne sind.“
Die am stärksten betroffenen Sektoren sind der Pharmabereich, die Chemie und die Automobilindustrie, weiß auch Diependaele. Die Autoproduktion in Flandern hjat deutlich Federn gelassen, doch flämische Zulieferer sind hier weiterhin aktiv. Dennoch will der flämische Ministerpräsident nicht klein beigeben.
Beim Brexit konnte Flandern die Auswirkungen durch Unterstützungs- und Orientierungsmaßnahmen für die betroffenen Sektoren „auf ein Minimum beschränken“. Und auch jetzt wurde eine interne Zelle innerhalb der flämischen Landesagentur für Investitionen und Handel (FIT) mit dieser Absicht eingerichtet.
Außerdem gebe es einiges, so der MP, was Europa und Flandern selbst in die Hand nehmen können. Ein Handelskrieg sei nie eine gute Sache und die Handelsbeziehungen mit den USA seien wichtig, betont Diependaele, aber die augenblickliche Situation biete die Chance, andere Absatzmärkte zu erschließen und Hindernisse im europäischen Binnenmarkt anzugehen: „Es gibt noch viel Wirtschaftswachstum zu finden.“
Diependaele glaubt daher, dass Flandern über ausreichens Puffer verfügt, um einen Schock durch die US-Maßnahmen abzufedern: „Es wäre eine schlechte Sache für Flandern, aber wir sollten uns nicht zu sehr selbst in Schwierigkeiten bringen.“
