Nach dem Generalstreik am Montag ziehen die beiden Gewerkschaften ACV (christlich) und ABVV (sozialistisch) eine positive Bilanz. Sie sind der Ansicht, dass dieser Streiktag ein Erfolg war und dass sich daran viele Arbeitnehmer aus dem öffentlichen Dienst und aus der Privatwirtschaft beteiligt haben und dass das Belgien weitgehend stillgestanden habe.
Gewerkschaften ziehen positive Bilanz des Generalstreiks - Fahrgastverband fordert Entschädigung
Die Gewerkschaften hoffen, dass dieser Aktionstag Bewegung in die Sozialverhandlungen mit der neuen belgischen Bundesregierung bringt. Die Arizona-Regierung um Premier Bart De Wever (N-VA) allerdings hält sich mit Kommentaren zurück und es sieht nicht wirklich danach aus, dass sie Anpassungen am Koalitionsvertrag bezüglich ihrer Renten- und Sozialreform vornehmen will. Die Gewerkschaften haben für den 29. April den nächsten Generalstreik angekündigt.
Seit Dienstag funktioniert in Belgien wieder alles mehr oder weniger normal. Nur der Schiffsverkehr auf der Schelde in Richtung der Häfen von Gent und Antwerpen war bis zum Dienstagmittag noch gestört, da ein Schichtwechsel der Lotsen mitten in den Streik fiel und da dadurch keine Sicherheit im Schiffsverkehr gewährleistet war. Davon waren noch mehrere Dutzend Frachter vor und in den Häfen betroffen.
An den Flughäfen in Brüssel und Charleroi ist am Dienstag besonders viel los, da die Fluggesellschaften zahllose Flüge nachholen müssen.
Und bei der leid- und streikgeprüften Bahn?
Bei der belgischen Eisenbahn ist der einwöchige Streik einer kleinen Gewerkschaft beendet und auch der Generalstreik von Montag hat keine weiteren Auswirkungen. Doch damit ist das Ganze noch nicht zu Ende.
In diesem Monat April werden die großen Eisenbahnergewerkschaften jeden Dienstag ihre Arbeit niederlegen, um damit gegen die deutliche Anhebung ihres Rentenalters zu protestieren (stufenweise von derzeit 55 auf 67 Jahren).
Der Fahrgastverband TreinTramBus (TTB) fordert von der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB eine Entschädigung für ihre Kunden und Abonnenten und schlägt einen sogenannten "Sorry-Pass" vor, mit dem die Pendler für die zahlreichen Streiks seit dem Jahresanfang entschädigt werden sollen - und nicht zuletzt auch für die Streiks, die noch anstehen. Vor Jahren verteilte die Bahn solche „Sorry-Pässe“ nach Bahnstreiks, doch das scheint aus der Mode gekommen zu sein…
TTB fordert die Eisenbahner-Gewerkschaften dazu auf, endlich mit der Regierung zu verhandeln und die anhaltenden Streiks auszusetzen. Diese seien im Hinblick auf die Bahnkunden, genauer auf die Berufspendler, unverhältnismäßig.
