Die Belgier werden bald die Möglichkeit haben, einen Personalausweis mit oder ohne Angabe des Geschlechts, also männlich oder weiblich, zu wählen. Es wird allerdings kein X für non-binär auf dem Ausweis angeboten, schreibt die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad am Dienstag. Dies geht aus dem Koalitionsvertrag der Arizona-Regierung hervor. Personen, die einen Personalausweis ohne Angabe ihres Geschlechts wünschen, müssen dafür zudem einen formellen Antrag stellen.
Ausweis in Belgien: Männlich oder weiblich oder keine Geschlechtsangabe, aber kein X für non-binär
Bislang muss ein Personalausweis - in Belgien eine ID-Karte - immer ein M für Männer oder ein V für Frauen enthalten. Belgien wurde jedoch vor einigen Jahren vom Verfassungsgericht verurteilt, weil nicht-binäre Menschen, d. h. Menschen, die sich nicht eindeutig als männlich oder weiblich fühlen, tatsächlich verpflichtet sind, sich als männlich oder weiblich zu registrieren.
Die Regierung will nun die Möglichkeit geben, das Feld M oder W offen zu lassen, aber LGBTI+ Organisationen, wie Çavaria, sind damit nicht einverstanden. Dies ist der flämische Dachverband der LGBTI+ Organisationen.
Thomas Jans von Çavaria sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Was hat das Verfassungsgericht eigentlich gesagt? Es sagte, nicht-binäre Menschen haben in Belgien eigentlich keine Möglichkeit, sich legal zu registrieren. Sie sind immer W oder M. Der Verfassungshof hat gesagt, wir müssen eine Lösung dafür finden und dieser Regierungsvorschlag ist immer noch keine Lösung für die Forderung Hofes. Unser Vorschlag ist, nur eine weitere Registrierung anzubieten, die auf dem Personalausweis nicht sichtbar ist und bei der die Option M/W/X lautet oder die leer bleibt.“
