Flämische Wissenschaftler haben zwei verschiedene Moleküle entdeckt, die die Entwicklung von Coronaviren im Körper hemmen können. Beide Moleküle blockieren das Membranprotein, das eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Coronavirus spielt. Die Moleküle könnten ein Baustein für ein neues, einfach zu handhabendes Medikament gegen SARS-CoV-2, so der offizielle Name des Coronavirus, sein, das die meisten Menschen als Coronavirus bezeichnen.
Flämische Wissenschaftler entdecken potenzielle Bausteine für einen neuen Coronavirus-Hemmstoff
Patienten, die sich heute eine schwere Infektion zuziehen, können auf verschiedene Virusinhibitoren (Virushemmstoffe) zurückgreifen, die gegen das Coronavirus eingesetzt werden können. Doch diese haben ihre Nachteile. Daher geht die Suche nach einem neuen, besser geeigneten Medikament gegen Coronaviren weiter. Nicht nur für Patienten, die jetzt erkranken, sondern auch für den Fall einer möglichen neuen Pandemie.
Zwei verschiedene Forschungsteams, die beide von flämischen Wissenschaftlern geleitet werden, haben zwei Moleküle entdeckt, die dabei eine wichtige Rolle spielen könnten.
„Es ist wichtig, dass wir über ein breites Spektrum an Virusinhibitoren verfügen, um mit den verschiedenen Virusfamilien fertig zu werden, die das Potenzial haben, sich zu einer Pandemie auszuweiten“, sagt der Virologe Johan Neyts von der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven, Foto unten): „Deshalb müssen wir die Schwachstellen im Vermehrungszyklus identifizieren.“
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Eine Schwachstelle, die jetzt entdeckt wurde, ist das Membranprotein von SARS-CoV-2, kurz M-Protein genannt. Es spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Zusammensetzung des Coronavirus. Blockiert man das M-Protein während seiner Entwicklung von einer kurzen zu einer längeren Variante, wird die Bildung des Viruspartikels gestoppt, fanden die Teams heraus.
Ein europäisches Forscherteam unter der Leitung von Neyts und Patrick Chaltin (CD3, Uni Löwen) testete bis zu 350.000 verschiedene Moleküle gegen SARS-CoV-2. Auf diese Weise gelang es ihnen, einen Virusinhibitor zu identifizieren. Anschließend untersuchten sie, wie dieses Molekül die Vermehrung des Virus stoppt, und entdeckten, dass es auch den Zusammenbau des Virus verhindert.
Der gleiche Ansatz wurde bereits früher verwendet, um Bausteine für Hepatitis-C- und Dengue-Virus-Hemmer zu entdecken. Das Molekül CIM-834 erwies sich als sehr erfolgreich bei der Blockierung des SARS-CoV-2M-Proteins. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
