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Inland
Justiz

Durchbruch im Spiking-Fall in Kortrijk? Mehrere Festnahmen

Im großen Spiking-Fall in Kortrijk in der Provinz Westflandern sind fünf Verdächtige festgenommen worden. Sie werden mit mindestens 41 Opfern in Verbindung gebracht. Unter anderem wurden drei Cafébetreiber verhaftet. Einer von ihnen wurde nach dem Verhör allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Fall betrifft sexuellen Missbrauch von dutzenden Frauen, die mit betäubenden Substanzen willenlos gemacht wurden. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

„Die Ermittlungen konzentrieren sich auf schwere Straftaten“, so die Staatsanwaltschaft. Die fünf Verdächtigen werden mit mindestens 41 weiblichen Opfern in Verbindung gebracht, die im Zeitraum zwischen Dezember 2021 und Dezember 2024 missbraucht wurden. Bei der Staatsanwaltschaft von Westflandern heißt es dazu: „Sie stehen im Verdacht der Vergewaltigung, der Beeinträchtigung der sexuellen Integrität und der vorsätzlichen Verabreichung von schädigenden Substanzen, die zu Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit führen.“

Der Modus Operandi ist fast immer der gleiche: Den Opfern wurde angeblich ein Getränk verabreicht, nach dem sie am nächsten Morgen aufwachten und sich an nichts mehr erinnern konnten. Nach Informationen der Justizredaktion von VRT NWS wurde dem Getränk in den meisten Fällen Ketamin zugefügt, eine halluzinogene Droge - bekannt als „Special K“, „Vitamin K“ oder „Ket“, die auch als Narkosemittel verwendet wird. 

Zwei Verdächtige sollen noch an diesem Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Zwei weitere Verdächtige müssen noch von der Polizei vernommen werden, ein dritter Verdächtiger durfte nach seiner Vernehmung wieder gehen. Zu den Verdächtigen gehören auch drei Café-Besitzer, wie VRT NWS aus zuverlässiger Quelle erfahren konnte. Einer von ihnen ist der Mann, der freigelassen wurde, die beiden anderen sind die Betreiber der Cafés „Patron“ und von „De Geverfde Vogel“ im Ausgehviertel von Kortrijk.

Worum geht es in diesem Fall?

Der Stein kam im November letzten Jahres ins Rollen.- Die Staatsanwaltschaft von Westflandern teilte mit, dass sieben Frauen im Ausgehviertel von Kortrijk Anzeige erstattet hatten, weil sie Opfer von sogenanntem „Spiking“ wurden. Alle Taten sollen in der Nähe der Burgemeester Reynaertstraat stattgefunden haben. „Es gibt starke Anzeichen dafür, dass die tatsächliche Zahl der Opfer in der Kortrijker Nachtleben-Szene höher ist“, hieß es damals. 

In den folgenden Tagen und Wochen tauchten weitere Anzeigen und Zeugenaussagen auf. Sie alle erzählten mehr oder weniger die gleiche Geschichte: Den Frauen wird ein Getränk angeboten, oft ein Schnaps mit Mandelgeschmack. Das ist das letzte, woran sie sich erinnern. Am nächsten Morgen wachten sie mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit und einem Blackout auf. Und dann stellten sie fest, dass sie vaginale oder anale Blutungen und blaue Flecken am ganzen Körper hatten.

Eines der Opfer schilderte dem VRT NWS anonym, was ihr nach einem Stadtfest in Kortrijk widerfahren war. Nachdem sie einen Mandellikör mit Eistee getrunken hatte, wurde sie plötzlich sehr emotional und aggressiv. „Dann war ich verschwunden und zwei, drei Stunden lang konnte mich niemand finden“, sagte sie. Schließlich wurde die junge Frau schlafend auf der Straße angetroffen. Sie wurde sogar kurzzeitig festgenommen und erhielt zunächst eine Geldstrafe wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit. „Das wurde aber später wieder aufgehoben“, sagte sie weiter. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass ihr Alkoholtest negativ war, aber in ihrem Haar wurden Spuren von Ketamin gefunden…

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