Ab heute (Mittwoch, 26. März) verbietet die Europäische Union den Transit von russischem Flüssiggas durch die EU nach Asien und anderswo. Dies ist eine der Wirtschaftssanktionen gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine. Russisches Gas, das in der Europäischen Union selbst verbraucht wird, darf jedoch weiterhin an Land gebracht werden - auch über den Hafen von Zeebrügge, ein wichtiger Umschlagsstandort für russisches Gas.
Das EU-Transitverbot für russisches Gas via Zeebrügge tritt in Kraft
Mit dem neuen Verbot will es die EU Russland schwer machen, den Krieg in der Ukraine weiter zu finanzieren. Die Folgen für den Hafen von Zeebrügge, einem der wichtigsten Transithäfen für russisches Flüssiggas, könnten jedoch erheblich sein.
Zeebrügge ist seit 2020 die größte und wichtigste Drehscheibe für russisches Flüssiggas, vor allem für sibirisches Gas für China. Dazu wurden völlig neue Anlagen und Gastanks gebaut (Foto oben).
Der entsprechende Beschluss der Union stammt allerdings schon vom letzten Sommer, tritt aber erst jetzt - neun Monate später - in Kraft. Warum jetzt erst? Weil es für die EU nicht so einfach war, diese Entscheidung zu treffen, da viele Länder um ihre eigene Versorgung fürchteten.
Erst die eigene Bevorratung sichern…
Aber, letzten Sommer hat man sich in der EU dann doch darauf geeinigt, den Transit von russischem LNG durch europäische Häfen nach außerhalb der Union zu verbieten, auch weil Russland immer noch viel Geld damit verdient und die EU die russische Wirtschaft so hart wie möglich treffen will, um die Finanzierung des Krieges zu erschweren
LNG kann weiterhin für die Verwendung innerhalb der Union an Land gehen, aber diese neuerliche Maßnahme hat erhebliche Auswirkungen auf den Hafen von Zeebrügge, einem der wichtigsten Transithäfen für russisches Flüssiggas.
Die Gasversorgung Belgiens wird nicht gefährdet, sagen Experten. Auch hier wird noch russisches Flüssiggas verbraucht. Seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine im Februar 2022 hat die Europäische Union bereits 16 Maßnahmenpakete gegen Russland erlassen.
