Nur etwa jeder dritte Arbeitsuchende in Belgien hat im vergangenen Jahr eine Stelle gefunden. Dies meldet das Statistikamt Statbel auf der Grundlage neuer Zahlen. Die neue belgische Bundesregierung möchte unbedingt den Arbeitsgrad steigern. Bis 2029 sollen 80 % der 20- bis 64-Jährigen einen Arbeitsplatz haben. Aktuell liegt dieser Wert bei 72 %. Doch ein zu großer Teil der Arbeitssuchenden bleibt arbeitslos.
Fast 120.000 Arbeitsuchende standen dem Arbeitsmarkt im Jahr 2023 zur Verfügung, suchten aber auch 2024 noch vergeblich nach einem neuen Job. Auffallend an den Zahlen ist, dass mehr als die Hälfte der Geringqualifizierten keine bezahlte Arbeit haben, d.h. derjenigen, die nach der Sekundarschule nicht weiterstudieren bzw. keiner Ausbildung folgten.
Ein Problem ist in Belgien auch die so genannte Arbeitsplatzmobilität: Von den 5 Millionen erwerbstätigen Belgiern haben im letzten Jahr 350.000 den Arbeitsplatz gewechselt. Dabei kann es sich um Arbeitsplätze beim gleichen oder bei einem anderen Arbeitgeber handeln. Vor allem um junge Menschen und hochqualifizierte Personen wechseln häufiger ihren Arbeitgeber.
Das Ziel der Regierung De Wever, bis 2029 80 % der Belgier in einem Arbeitsverhältnis seien zu wollen, würde bedeuten, dass bis dahin eine halbe Million Menschen zusätzlich ins Berufsleben eintreten müssten. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, definiert das neue Koalitionsabkommen. Arbeitslose sollen nach 2 Jahren ihr Arbeitslosengeld verlieren. Davon wären in Zahlen rund 100.000 Personen betroffen. Aktuell bietet der Arbeitsmarkt in Belgien derzeit rund 200.000 offene Stellen an.
