Weniger Belgier scheinen derzeit eine Reise in die Vereinigten Staaten unternehmen zu wollen. Das berichtet die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad unter Berufung auf den Branchenverband Belgian Travel Confederatie. Die turbulente Politik der Trump-Regierung sorgt dafür, dass viele Reisende zweimal überlegen, bevor sie sich für einen Urlaub in den USA entscheiden.
In den vergangenen Monaten tauchten fast täglich Meldungen über ungewöhnliche politische Maßnahmen in den USA auf. Das scheint viele Belgier abzuschrecken. „Wir hören von Reisebüros, dass belgische Reisende momentan eine abwartende Haltung einnehmen“, bestätigt Frank Bosteels, CEO der Belgian Travel Confederatie. „Sie zögern, ihre Reise in die USA für den kommenden Sommer endgültig festzulegen. Im Moment scheinen die Buchungen auf Eis zu liegen.“
Die Politik von Trump und die Reaktionen darauf spielen dabei eine wesentliche Rolle, analysiert Bosteels. „Einige Gruppen rufen sogar zum Boykott amerikanischer Produkte und Marken auf – das fördert natürlich nicht gerade die Attraktivität der USA als Reiseziel. Viele Menschen überdenken ihre Reisepläne und buchen nicht sofort. Stornierungen haben wir bislang keine erhalten, aber neue Buchungen bleiben aus.“
Auch der finanzielle Aspekt spielt eine Rolle
Bosteels sieht neben der politischen Situation auch wirtschaftliche Gründe für das sinkende Interesse an USA-Reisen. „Nach der Amtseinführung von Präsident Trump hat der Dollar zunächst an Wert gewonnen. Die Vereinigten Staaten sind ohnehin kein günstiges Reiseziel – wenn der Dollar dann noch teurer wird, verstärkt das den Effekt.“
Dennoch hofft er auf eine Trendwende. „Inzwischen hat der Dollar etwas an Wert verloren. Sollte er in den kommenden Wochen und Monaten weiter fallen, könnte dies für Belgier eine Gelegenheit sein, doch eine Reise in die USA zu erwägen.
