Archäologen der Stadt Antwerpen sind bei den Bauarbeiten zur Oosterweel-Verbindung - mit dieser Verbindung soll der Verkehr in und um Antwerpen bzw. um den Antwerpener Hafen herum langfristig neu geregelt werden - auf einen gemauerten Wassertunnel gestoßen, der die Entwässerung des Flüsschens Schijn durch das historische Fort „Noordkasteel“ regelte. Das Bauwerk kam bei Arbeiten in einer Baugrube zum Vorschein.
Bei den Bauarbeiten zur Oosterweel-Verbindung in Antwerpen wurde eine Wasserschleuse aus der „Nordburg“ freigelegt
Die Arbeiten von Bauherr Lantis rund um das „Noordkasteel“ für den Anschluss von Oosterweel an den Schelde-Tunnel sind in vollem Gange. Die „Nordburg“ war eine große Festung aus dem Jahr 1862, die Antwerpen am Scheldeknie verteidigen sollte. Sie bildete den nördlichen Abschluss der sogenannten Brialmont-Wälle - ein Verteidigungswall. Die Burg hatte die Form eines Sechsecks und war etwa 170 Hektar groß. Nur knapp 20 Jahre nach der Errichtung wurde der östliche Teil der „Nordburg“ zugunsten des Ausbaus des Antwerpener Hafens aufgegeben.
Im Jahr 1910 wurde die Festung deklassiert und große Teile wurden durch den Hafenausbau zerstört. Erhalten blieben der südlichste Graben, ein Zeughaus und die Befestigung gegen die Schelde. Die jetzt entdeckte unterirdische Schleuse blieb aufgrund ihrer tiefen Lage erhalten.
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„Das ursprüngliche Ausmaß dieses militärischen Bauwerks ist aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden“, sagt die Antwerpener Bürgermeisterin Els van Doesburg (N-VA) gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad: „Mit den aktuellen Arbeiten wird ein Stück des ursprünglichen Forts wieder angeschnitten. Das gibt uns die Chance, die gigantischen Ausmaße der ursprünglichen ‚Nordburg‘ wieder zu erkennen.“ Die jetzt entdeckte Schleuse ist ein massiver Backsteinbau von etwa 30 Metern Breite und 20 Metern Länge. Die Tunnels sind zwei Meter breit.
Der archäologischen Untersuchung zufolge handelt es sich um eine Entwässerungsschleuse, die nach 1883 eingebaut wurde, als der Fluss Schijn in den Hauptgraben der Burg mündete. Die Ausgrabungen geben Aufschluss über die Konstruktion und über die Bautechnik des Fundaments des Bauwerks. Dabei zeigte sich, dass die Mauern auf Holzpfahlfundamenten und Querbalken errichtet wurden. Nach der Untersuchung soll die Schleuse abgerissen werden. Bei früheren Ausgrabungen im Rahmen dieser Megabaustelle in Antwerpen fanden die Archäologen bereits einen Eisenbahnwaggon der britischen Eisenbahngesellschaft London North Eastern Railway.
