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Ausstellung im Hasselter Stadtmuseum: „Ernährung in Zeiten von Mangel und Krieg“

Wie haben sich unsere Lebensmittel und Essgewohnheiten in Zeiten von Knappheit und Krieg verändert? Wie gingen die Menschen kreativ mit Rationierungen und Beschlagnahmungen um? Die gemeinnützige Organisation „Academie voor de Streekgebonden Gastronomie (ASG)“ („Akademie für die regionalgebundene Gastronomie“) und das Stadtarchiv Hasselt beleuchten ein faszinierendes Stück kulinarischer Geschichte.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Während der beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts waren die Menschen auch in der Region bzw. der Provinz Limburg in Flandern mit strengen Rationierungen und mit Lebensmittelknappheit konfrontiert. Die Besatzungsmächte setzten Requisitionen durch, die Regierung koordinierte den Einkauf von Kartoffeln und Gemüse und die Menschen mussten mit dem, was zur Verfügung stand, kreativ werden. 

Kochbücher aus der Zeit des Krieges, gefüllt mit praktischen Tipps und Rezepten, boten eine hilfreiche Unterstützung. Auch der Humor spielte eine überraschende Rolle, wie einige der in der Ausstellung gezeigten Menüs zeigen, die ein Lichtblick in schweren Zeiten waren. Die Ausstellung „Ernährung in Zeiten von Mangel und Krieg“ im Stadtmuseum Hasselt („Stadsmus“) zeigt Bücher, Dokumente, Lebensmittelmarken, Verordnungen und vieles mehr u.a. in Deutsch, Englisch und Französisch, mehrheitlich aber in Niederländisch. 

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Die ASG, eine ehrenamtliche Organisation mit einer beeindruckenden Bibliothek im Bereich kulinarischen Kulturerbe, stellte besondere Rezepte und historische Fundstücke aus ihrer Sammlung zur Verfügung. Beim Blättern in alten Kochbüchern wurden nicht selten lose Notizen, Anzeigen oder handgeschriebene Rezepte entdeckt, die einen einzigartigen Einblick in die Esskultur der damaligen Zeit geben. Ergänzt wird das Ganze noch durch Artefakte aus Privatsammlungen. 

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Im Ersten Weltkrieg führte der damalige belgische Kardinal (1851-1926) „moralischen Widerstand“ gegen die deutschen Besatzer und fand damit international Anerkennung

Das Stadtarchiv zeigt, wie die Regierung während der Kriege alle möglichen Vorschriften rund um Rationierung und Lebensmittelhandel erließ. Dazu gehören auch Verordnungen z.B. von Kavalleriegeneral Moritz Ferdinand Freiherr von Bissing, dem deutschen Generalgouverneur von Belgien während des Ersten Weltkriegs. Ein Blick in das Archiv der Familie Stellingwerff gibt Aufschluss über den Umgang mit der Lebensmittelknappheit während des „Großen Krieges“.

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Diese Ausstellung zeigt die Auswirkungen der Kriege auf die Ernährung und die Versorgung in der Provinz Limburg mit besonderem Augenmerk auf Hasselt und seine Einwohner. Doch sie lässt sich auf ganz Europa ausweiten, denn es war wohl während beider Weltkrieg nirgendwo anders als hier… 

Die Ausstellung „Ernährung in Zeiten von Mangel und Krieg“ bietet nicht nur einen Einblick in die Vergangenheit, sondern ist auch eine Inspirationsquelle für alle, die mehr über die kulinarische Geschichte erfahren möchten. Sie ist übrigens Teil der kulinarischen Veranstaltung „Hasselt à la carte“, die dieses Jahr unter dem Motto „Geschmack: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ steht. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein gerade in Niederländisch erschienenes Buch von Eddie Niesten mit dem Titel „De Oorlogskeuken - Vrouwen aan het Thuisfront“ („Die Kriegsküche - Frauen an der Heimatfront“) beim Verlag Gompel&Svacina. 

„Ernährung in Zeiten von Mangel und Krieg“, bis zum 18. Mai 2025, Eintritt frei, Het Stadsmus, Guido Gezellestraat 2, 3500 Hasselt. Infos www.visithasselt.be/nl/het-stadsmus

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