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Das Carsharing-Unternehmen Miles verlässt Belgien nach „anhaltendem Vandalismus“.

Das deutsche Carsharing-Unternehmen Miles hat beschlossen, Belgien zu verlassen. Grund dafür sind wiederholte Fälle von Vandalismus an der Fahrzeugflotte. Dies sei insbesondere in Brüssel der Fall, erklärte das Unternehmen gegenüber der frankophonen Tageszeitung La Libre Belgique. 

Andreas Kockartz
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Miles hatte sich im Herbst 2022 in Brüssel niedergelassen, wie die Nachrichtenplattform BRUZZ schreibt. Damals wollte das Carsharing-Unternehmen ein Zeichen für einen nachhaltigeren Stadtverkehr setzen. Doch knapp drei Jahre später gibt Miles bekannt, dass es die Hauptstadt und damit das ganze Land verlassen wird. Carsharing wird hierzulande jedoch immer beliebter.

Der Grund dafür, dass Miles Belgien verlässt, ist nach Angaben des Unternehmens der anhaltende Vandalismus: „Obwohl unsere Nutzungszahlen einen positiven Trend zeigen, wurde unser Betrieb zunehmend durch Vandalismus, Missbrauch unserer Autos und versuchten Diebstahl beeinträchtigt, insbesondere in Brüssel“. 

Dies habe zu „erheblichen negativen Auswirkungen“ auf den Umsatz des Unternehmens geführt. Maßnahmen zum besseren Schutz der Fahrzeuge halfen wenig. Die belgische Flotte von Miles soll nun schrittweise ausgedünnt werden. Danach wird sich das Berliner Unternehmen wieder auf den heimischen deutschen Markt konzentrieren.

Nicht das erste Unternehmen

Auch die Carsharing-Unternehmen GreenMobility und Share Now die belgische Hauptstadt verlassen. Beim Anbieter Poppy denkt man vorerst nicht ans Aufhören. „Wir sind ein belgisches Unternehmen“, sagt Marketingdirektor Pierre de Schaetzen gegenüber der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd: “Die Herausforderung für uns besteht darin, mit der Umwelt umzugehen, wie sie ist.“ De Schaetzen zufolge hat Poppy den Missbrauch seiner Autos im Griff. Auf welche Weise das gelingt, wollte er jedoch nicht verraten.

Automobilverband Touring entsetzt

Der belgische Automobil- und Straßenverkehrsverband Touring (ähnlich dem ADAC in Deutschland) stellt fest, dass der Weggang von Miles eine schlechte Nachricht für die Mobilität in Brüssel se: „Diese Privatinitiative war eine effiziente, flexible und erschwingliche Option für Einwohner, die ein Auto nutzen wollen, aber kein eigenes Fahrzeug haben.“ Außerdem trage Carsharing dazu bei, Verkehrsstaus zu verringern und Parkplätze freizumachen. „In anderen europäischen Großstädten stellen wir fest, dass Carsharing ein wachsender Erfolg ist“, sagt Touring, “Besonders in Deutschland, wo Miles Tausende von Fahrzeugen betreibt.“

In Brüssel hingegen sind die Betreiber gerade dabei, auszusteigen. Vor kurzem haben Share Now und GreenMobility die Hauptstadt verlassen. „Welches Unternehmen wird das nächste sein?“, fragt man sich bei Touring: „Wie lange wird es dauern, bis geeignete Maßnahmen ergriffen werden?“ Der Verband fordert die Brüsseler Politik dazu auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um den Weggang weiterer Carsharing-Unternehmen zu verhindern.

Touring betont auch, dass der CEO von Miles die Politiker bereits vor mehr als einem Jahr über Missbrauch und Vandalismus informiert hat, ohne dass dies Konsequenzen hatte. Konkret fordert Touring Maßnahmen gegen Missbrauch und Vandalismus bei solchen Autos sowie eine aktive Förderung und Anerkennung von Carsharing als wesentlicher Bestandteil der Mobilitätspolitik.

Poppy bleibt aktiv am belgischen Carsharing-Markt

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