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„Mehr Schutz für die europäische Industrie nötig": Wie reagiert Belgien auf die US-Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium?

Es ist noch unklar, wie groß die Auswirkungen der US-Einfuhrzölle von 25 % auf Stahl und Aluminium in Belgien sein werden. Im Moment scheinen die direkten Auswirkungen begrenzt zu sein, aber indirekt könnten sie große Folgen haben. „Viele Hersteller müssen sich jetzt einen anderen Absatzmarkt suchen. Der europäische Markt wird überschwemmt werden. Das wird Druck auf die Preise für europäische Produkte ausüben“, verlautet beim belgische Technologieverband Agoria dazu.

Andreas Kockartz
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Seit Mittwoch, 12. März, gilt ein Einfuhrzoll von 25 % auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren in die Vereinigten Staaten. Das bedeutet, dass US-Unternehmen, die Stahl und Aluminium sowie entsprechende Derivate und Rohstoffe importieren wollen, an der Grenze eine Einfuhrabgabe von 25 % zahlen müssen. Wie stark sich diese US-Zölle auf die belgische Stahlindustrie auswirken werden, ist derzeit noch unklar. 

Stahlprodukte aus z.B. Asien werden auf den europäischen Markt drängen

Kevin Verbelen, Experte für internationalen Handel beim belgischen Technologieverband Agoria, sagt dazu gegenüber VRT NWS: „Unterm Strich werden die Produkte, die wir in die USA exportieren, an der Grenze um 25 % teurer werden.“

Derzeit sind 3 % der belgischen Stahlexporte für die USA bestimmt und 6 % der belgischen Aluminiumexporte. Das scheint relativ begrenzt zu sein. Aber Verbelen warnt vor allem vor den indirekten Auswirkungen, und die sind viel schwieriger zu berechnen: „Die Zölle gelten weltweit, ohne Ausnahmen. Viele Stahl- und Aluminiumhersteller werden anderen Märkte für ihre Produkte finden müssen, die für den US-Markt bestimmt waren.“ 

Verbelen vermutet, dass „wir einen Zustrom von anderen Produkten auf den europäischen Markt erleben werden. Und das könnte sich auf die europäische Stahl- und Aluminiumindustrie auswirken, deren Preise infolgedessen unter Druck geraten könnten.“ Wie groß die Auswirkungen sein werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen: „Aber wenn die Auswirkungen zu hoch sind, wird Europa Maßnahmen ergreifen müssen, um die Preise für europäischen Stahl und Aluminium zu stützen.“

„Zusätzliche Maßnahmen zur Unterstützung der europäischen Industrie erforderlich“

Dem stimmt auch Jimmy De Wilde zu, Geschäftsführer des in Genk (Prov. Limburg) ansässigen Stahlherstellers Aperam: „Die Exporte aus Asien nach Europa werden zunehmen. Die asiatischen Überkapazitäten bei Stahl und Aluminium sind so groß wie der europäische Absatzmarkt.“ Das könnte die Preise für diese Industrie in Europa unter Druck setzen, so De Wilde: „Deshalb fordern wir, dass die Europäische Kommission Maßnahmen zum Schutz des europäischen Marktes ergreift.“

Eurofer, der europäische Verband der Stahlunternehmen, führt dazu schon Gespräche mit der Europäischen Kommission. „Es gibt auch viele bilaterale politische Kontakte“, so De Wilde gegenüber VRT NWS. Für Aperam in Genk schätzt De Wilde die Auswirkungen des US-Importzolls nicht so hoch ein: „Unsere Exporte sind eher begrenzt. Außerdem handelt es sich um spezialisierte High-Tech-Produkte, für die die Unternehmen bereit und in der Lage sind, höhere Einfuhrzölle zu zahlen.“

Die EU-Kommission hat am Mittwochmorgen bereits mit zusätzlichen Einfuhrzöllen auf US-Produkte nach Europa ab April reagiert. „Im Moment ist nicht klar, wie sich diese auf die Stahl- und Aluminiumindustrie auswirken werden. Auf jeden Fall muss mehr getan werden, um die europäische Industrie zu unterstützen“, so De Wilde.

Bei Aperam in Genk

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