Ein etwa 120 Tonnen schwerer Bohrkopf (Foto) soll den bisher größten „Mikrotunnel“ unter der Schelde in Antwerpen graben. Dieser Tunnel soll für Versorgungsleitungen geschaffen werden, z.B. für eine Stromleitung, die Energie aus einer Müllverbrennungsanlage zum Chemiewerk von Evonik bringen wird. Der Versorgungstunnel wird 1.288 Meter lang und hat einen Durchmesser von 4 Metern.
Ein gigantischer Bohrkopf aus Deutschland gräbt einen Tunnel unter der Schelde in Antwerpen
Der Bau dieses sogenannten „Mikrotunnels“ geschieht mit einem gigantischen Bohrkopf, so Ward Kerkhofs vom federführenden Bauunternehmen K-Boringen mit voller Begeisterung gegenüber VRT NWS: „Die gesamte Anlage wiegt 120 Tonnen. Sie kommt in 3 Teilen aus einer Fabrik in Deutschland und wird hier Topleistungen vollbringen.“
Der Bohrkopf wird 322 Rohre mit einem Gewicht von jeweils 42 Tonnen unter der Schelde hindurchpressen: „Diese Rohre kommen eines nach dem anderen unter Polizeibegleitung aus Deutschland. Die Bohrung verläuft mit einer Geschwindigkeit von einigen Millimetern pro Minute.“ Wie schnell, hängt aber von der Beschaffenheit des Bodens bzw. der Erde ab: „Jetzt hoffen wir, dass wir unter der Schelde nicht gegen große Felden stoßen. Man weiß ja nie.“
Die Bohrung verläuft ohne Pause und rund um die Uhr, so Ward Kerkhofs: „Das muss so sein, weil die Reibkraft immer größer wird. Es folgt ein Rohrstück nach dem anderen und das Ganze muss durchgepresst werden. Das wird dann eine Art lange Kette aus Beton. Die letzten Meter werden die schwersten Meter. Doch am Ende des Sommers müssten wir fertig sein.“
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Der Tunnel wird von „Ecluse“ realisiert. Das ist ein Kooperationsverband aus verschiedenen privaten und öffentlichen Unternehmen. Am linken Scheldeufer im Antwerpener Hafen besteht bereits ein Stromnetz.
Dieses befördert Wärme aus dem Verbrennungsofen des Abfallunternehmens Indaver zu 5 Unternehmen, die damit über Energie aus mehr oder weniger nachhaltiger Quelle beziehen. Nach der Fertigstellung des „Mikrotunnels“ unter der Schelde können auch Unternehmen am rechten Scheldeufer davon profitieren. Das erste Unternehmen davon ist Evonik.
