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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) hat sich in Flandern rasch durchgesetzt

Die Anwendung von KI hat sich im belgischen Bundesland Flandern durchgesetzt. Das geht aus der jüngsten Ausgabe von Digimeter hervor, der jährlichen Umfrage des Forschungszentrums imec über die digitalen Gewohnheiten der Flamen. Vor allem junge Menschen haben sich KI zu eigen gemacht.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Im vergangenen Jahr wurde KI zum ersten Mal in die Digimeter-Umfrage aufgenommen. Schon damals war klar, dass die Technologie sofort einen beispiellosen Umschwung in den digitalen Gewohnheiten der Flamen bewirkt hatte. Inzwischen scheint KI in Flandern weithin bekannt zu sein und genutzt zu werden. 

Fast jeder Flame (93 %) kennt Künstliche Intelligenz und 71 % können sie erklären. Knapp die Hälfte der Flamen (45 %) hat im vergangenen Jahr generative KI-Tools wie ChatGPT verwendet. 28 % sind „Gewohnheitsnutzer“, die jeden Monat generative KI nutzen. 

„Während andere Plattformen wie TikTok oder Netflix mehrere Jahre brauchten, um den Durchbruch zu schaffen, ist dies bei ChatGPT bereits nach einem Jahr der Fall. Das hat es in der Welt der Technologie noch nie gegeben“, sagt Lieven De Marez (imec/UGent), Professor für Gesellschaft und Innovation: „Dass es schnell gehen würde, wussten wir, aber dass es so schnell in Erscheinung treten würde, haben wir so nicht erwartet.“

Junge Menschen sind führend, wenn es um die Nutzung von KI-Tools geht. Zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen (68 %, +26 %) sind aktive Nutzer, die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen (45 %, +14 %). Unter den Studierenden wird KI sogar noch mehr genutzt: 72 % von ihnen sind aktive Nutzer. Noch bemerkenswerter ist, dass 13 % der jungen Leute und 11 % der Studierenden für ihr KI-Tool bezahlen, während diese Gruppen normalerweise wenig oder gar kein Geld in kostenpflichtige Technologien investieren.

Sorgen und Nöte

Gleichzeitig ruft die Künstliche Intelligenz wachsende Besorgnis hervor. Viele Menschen, 45 %, machen sich Sorgen über gefälschte Nachrichten, die KI verbreiten kann, darüber, dass sie nicht mehr in der Lage wären, zwischen dem, was von einem Menschen oder von KI geschaffen wurde, zu unterscheiden. Sie machen sich auch Sorgen über die negativen Auswirkungen, die die Technologie haben kann, z.B. über Fake-Videos, über Chatbots oder über KI-generierte Stimmen. 62 % der Befragten befürchtet negative Auswirkungen auf den Schutz des Privatlebens. 

„KI ist ein Thema, das polarisiert und spaltet“, sagt Professor De Marez: „Sowohl die Gruppe, die KI positiv gegenübersteht, als auch die, die sie ablehnt, wächst. Bestimmte Gruppen können dank der KI effizienter arbeiten oder studieren, während andere wenig Nutzen daraus ziehen können. Dies droht zu einer neuen Spaltung der Gesellschaft zu werden.“

Das verdeutlicht die Notwendigkeit einer gründlichen Ausbildung. Schulen, Unternehmen und die Regierung müssen hier zusammenarbeiten: Es braucht mehr als eine einzige Lektion in Medienkompetenz, um alle mit ins Boot zu holen,“ so der Professor.

„Medienkompetenz ist entscheidend“

Nach Ansicht der flämischen Medienministerin Cieltje Van Achter (N-VA) beweisen die Ergebnisse, wie „entscheidend Medienkompetenz ist“: „Junge Menschen in Flandern nehmen KI schnell an: fast 7 von 10 nutzen sie regelmäßig. Gleichzeitig sind 82 % der Flamen besorgt über die Rolle der KI bei der Verbreitung von Desinformationen“, so die Ministerin. 

„Es ist positiv, dass junge Menschen ein größeres Bewusstsein für Technologie und Privatsphäre entwickeln, aber der Bedarf an digitalen Fähigkeiten bleibt hoch. Mit ‚Mediawijs‘ (eine Landesinitiative zur Medienkompetenz, Red.) und anderen Initiativen setzen wir uns daher für kritisches Denken ein, damit junge Menschen KI nicht nur intelligent nutzen, sondern auch resistent gegen Desinformation und Manipulation in der digitalen Welt sind,“ so Van Achter. 

Was ist der Digimeter ?

Der Digimeter misst jährlich die digitalen Gewohnheiten und Fähigkeiten der Flamen. Für diese 17. Ausgabe wurden 2.845 Flamen über 18 Jahren befragt. Diese Daten wurden mit Daten von „mobileDNA“ verknüpft, einer App, die die Smartphone-Nutzung im Detail analysiert. 

Was ist KI? 

Generative KI-Systeme sorgen dafür, dass man mit Künstlicher Intelligenz z.B. Texte, Fotos, Video oder Computercodes auf Basis von spezifischen Fragen erstellen (lassen) kann. Bekannte Tools, wie ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot können so etwas leisten.

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