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Erika Vlieghe

5 Jahre nach Corona - Infektiologin Erika Vlieghe: „Wir hätten die Leute während der Corona-Pandemie niemals allein sterben lassen dürfen“

Drei Viertel der Flamen sind der Ansicht, dass man bei der nächsten Pandemie nie wieder Menschen allein sterben lassen sollte, wie es in den ersten Tagen der Corona-Pandemie geschah. Dies geht aus einer Umfrage von VRT NWS fünf Jahre nach der Corona-Pandemie hervor. Auch die Infektiologin Erika Vlieghe stimmt dem zu: „Es hätte nie passieren dürfen, aber es ist passiert, weil unsere Versorgung in den ersten Tagen überfordert war.“

Andreas Kockartz
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76 % der Flamen sind der Meinung, dass im Falle einer nächsten Pandemie Menschen niemals allein sterben dürfen, auch wenn sich dadurch das Infektionsrisiko erhöht. Dies geht aus einer Umfrage von VRT NWS und Ipsos unter 1.501 Flamen über 16 Jahren hervor. Sie konnten ihre Meinung über die Covid-Impfung, das Leben nach der Corona-Krise, die Polarisierung und ihre Erwartungen im Falle einer möglichen nächsten Pandemie äußern. Die Umfrage wurde zwischen dem 5. und 11. Februar 2025 online durchgeführt.

Extreme Überforderung im Gesundheitswesen 

„Menschen alleine sterben zu lassen, hätte nie passieren dürfen. Das ist offensichtlich“, blickt die Infektiologin Erika Vlieghe zurück. Während der Corona-Krise war sie lange Zeit Vorsitzende des wissenschaftlichen Ausschusses, der die Regierung zum Corona-Virus beriet: „Es gab aber nie eine Maßnahme oder eine Empfehlung, die besagte, Menschen alleine sterben zu lassen.“

Warum ist es dann trotzdem passiert? „In diesen ersten Tagen war unsere Pflegekräfte und das Gesundheitswesen extrem überfordert. Die Energie und Aufmerksamkeit des Personals wurde damals voll und ganz benötigt, um die Versorgung der Corona-Patienten zu organisieren“, sagt Vlieghe: “Das Personal hatte keine Zeit für Besuche und es herrschte auch viel Angst. Niemand wusste wirklich, ob es später noch genügend Material geben würde, um arbeiten zu können.“

Die Energie und Aufmerksamkeit des Personals wurde damals voll und ganz benötigt, um die Versorgung der Corona-Patienten zu organisieren“

Erika Vlieghe, Infektiologin

„Das bekamen übrigens nicht nur die Patienten und ihre Angehörigen zu spüren. Auch sehr viele Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte waren entsetzt. Sobald es möglich war, haben viele Krankenhäuser die Angehörigen mit Spezialkleidung versorgt und sie zu ihren Familienmitgliedern gehen lassen.“

Beerdigung nur im engsten Kreis

Außerdem konnte eine Beerdigung nur mit maximal 15 Personen und unter strengen Auflagen stattfinden. So mussten beispielsweise alle Anwesenden einen Abstand von anderthalb Metern zueinander einhalten. „Auch das sind sehr schmerzhafte Dinge, die so nie wieder passieren sollten“, sagt Vlieghe:„Aber das bleibt ein sehr schwieriges Dilemma, denn eine Beerdigung ist eine Zusammenkunft, bei der neue Infektionen entstehen.“

„Letztendlich könnten Beerdigungen in gut belüfteten Räumen und mit klaren Anweisungen stattfinden. Aber die Tatsache, dass die Menschen einander nahe sein und sich umarmen wollen, während man in vollem Ausbruch einer Pandemie ist, bleibt schwierig. Dafür gibt es keine perfekten Lösungen,“ so Infektiologin Erika Vlieghe fünf Jahre nach Corona. 

Vor 5 Jahren...

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