Vor dem Gericht in Tongeren begann am Montag der größte Drogenprozess, den die Justiz in der flämischen Provinz Limburg bisher erlebt hat: Der „Fall Costa“ wird hier behandelt. Bis zu 55 Angeklagte und fünf Unternehmen stehen wegen der Einfuhr von Dutzenden Tonnen Kokain aus Südamerika vor dem Richter. Die Ermittlungen begannen 2019, als die Polizei 2,8 Tonnen Kokain in einem Container mit Tropenholz im Hafen von Antwerpen entdeckte.
Es folgten eine Reihe von Razzien, Durchsuchungen, Verhaftungen und weitere Drogenfunde in Frachtern aus Südamerika unter Bananen, Avocados und Eisenschrott. Die Ermittler kamen schließlich vier Drogenbanden auf die Spur – nicht zuletzt nach dem Knacken des Sky-ECC-Kommunikationsnetzes durch europäische Polizeidienste. Die Verdächtigen stehen wegen Drogenhandels, Geldwäsche, verbotenen Waffenbesitzes und der Einfuhr von Dutzenden Tonnen Kokain aus Südamerika vor Gericht.
Worum geht es in diesem Fall? Der Stein kam im Oktober 2019 ins Rollen. Damals fand die Polizei 2,8 Tonnen Kokain im Hafen von Antwerpen. Die Drogen waren in zahllosen schwarzen Sporttaschen unter einer Ladung Tropenholz aus Costa Rica versteckt. Doch es blieb nicht bei dieser einen Ladung. Die Polizei konnte im Laufe der Zeit mehr als 25 Tonnen Kokain abfangen, die in Ladungen mit Bananen, Avocados und Eisenschrott versteckt waren.
Diese vier ausgehobenen Banden arbeiteten sehr effizient zusammen und konnten enorme illegale Gewinne erzielen. Zu den Schlüsselfiguren gehören der ehemalige belgische Gendarm Willy Van Mechelen, der italienischstämmige Drogenboss Lucio Aquino aus Limburg, der Bandidos-Motorradrocker Geert Frisson und der flüchtige niederländische Kriminelle „Bolle“ Jos Leijdekkers.
An diesem Montag begann der Prozess im „Fall Costa“, der normalerweise 3 Wochen dauern soll, doch es droht eine Prozedurschlacht… Der Fall wird „Costa“ genannt, weil die Drogen in erster Linie aus Costa Rica geschmuggelt wurden.
