Der belgische Fotojournalist Simon Clément (Foto) aus Gent ist in der vergangenen Woche im indischen Teilstaat Mizoram unweit der Grenze zu Myanmar festgenommen worden. Dies meldete die Nachrichtenagentur Belga am Wochenende. Inzwischen wurde Clément nach Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gelassen. Er muss aber bis zum Prozess in Indien bleiben.
Belgischer Fotojournalist in Indien festgenommen - In Erwartung seines Prozesses freigelassen
Die indischen Behörden verdächtigen den belgischen Fotografen, illegal über die Grenze nach Myanmar gegangen zu sein. Aus diesem Grunde wurde er am vergangenen Donnerstag festgenommen. Der Journalist war zudem im Besitz einer leeren Partonenhülse, was ihn für die indischen Behörden noch verdächtiger macht.
Clément gab dazu an, dass diese Kugelhülse als persönliches Andenken gedacht sei. Doch schon der Verdacht, in dieser Region ins Nachbarland gereist zu sein, kann in Indien gefährlich sein. Offenbar operieren indische Rebellen von Myanmar aus oder sie halten sich dort versteckt. In Myanmar sollen sich zahlreiche bewaffnete Gruppen aufhalten.
Clément ist inzwischen offenbar sowohl für den Besitz der leeren Patrone, als auch für den vermeintlichen Grenzübertritt angeklagt worden. Ob und wie lange er in Indien in Untersuchungshaft verbringen muss, war zunächst unklar. Doch am Dienstag wurde bekannt, dass er auf Kaution freigelassen wurde. Er darf allerdings Indien bis zum Prozess nicht verlassen.
Er riskiert eine Strafe, weil er kein Visum hatte und er soll den indischen Behörden Aufschluss darüber geben, warum er in Myanmar war und woran er dabei gearbeitet hat. In der Frage der leeren Partonenhülse wirft ihm letztendlich die indische Justiz nichts mehr vor und dies ist dort auch nicht strafbar.
Die belgische Botschaft in Indien und das Außenministerium in Brüssel verfolgen den Vorgang genauestens. Gegenüber der flämischen Newswebseite Apache sagte Clément, dass er in guter Verfassung und bei guter Gesundheit sei. Der Journalist hat auch schon für unser Haus, dem flämischen Rundfunk VRT gearbeitet. Er hatte mit weiteren VRT-Kollegen für das 2. TV-Programm Canvas in der Sendereihe "Noimaden" eine Reportage über die Wasserproblematik im Bürgerkriegsland Syrien gemacht.
