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Lee Miller

Werkschau im Fotomuseum Antwerpen: „Lee Miller in Print“ - Vom Model zur Kriegsberichterstatterin

Lee Miller (1907-1977) begann ihre einzigartige Laufbahn als Model und arbeitete mit Künstlern wie Man Ray und Jean Cocteau. Doch im Laufe der Jahre stellte sie fest, dass sie lieber hinter als vor der Kamera stand. Als eine der wenigen Frauen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lieferte sie einen wichtigen Beitrag für die Fotografie. Lee Miller arbeitete in erster Linie für Vogue. In diesem Rahmen wurden wichtige Fotos von ihr aus dem Zweiten Weltkrieg veröffentlicht, u.a. solche von der Befreiung von Konzentrationslagern. Das FOMU in Antwerpen widmet Miller jetzt eine Werkschau unter dem Titel „Lee Miller in Print“. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Während des Zweiten Weltkriegs fotografierte Lee Miller die Bombardierung Londons und später wurde sie im Gefolge der Alliierten zur Kriegsberichterstatterin während der Befreiung Europas von den Nazis. Das war für eine Frau zu dieser Zeit ziemlich außergewöhnlich. Lee Miller war dabei, als US-Soldaten das Konzentrationslager Buchenwald und Dachau entdeckten. Ihre Bilder zeigte zum ersten Mal, was der Holocaust bedeutete.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Bomben auf London

Ihr wohl berühmtestes Foto hat sie übrigens nicht selbst gemacht. Am 30. April 1945 ließ sich Lee Miller von ihrem Kollegen und Begleiter, dem amerikanischen Kriegsfotografen David E. Scherman, in der Badewanne von Adolf Hitler in dessen Münchener Wohnung ablichten. Am gleichen Tag nahm sich Hitler in Berlin das Leben… 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Lee Miller in Hitlers Badewanne

Nach dem Krieg zog Miller mit ihrem Ehemann, dem Maler Roland Penrose, aufs Land in England, wo sie sich von ihren posttraumatischem Stresssymptomen und ihrer Trinkerei erholen sollte, was ihr nur bedingt gelang. 1977 starb sie nach einem zunächst glamourösen und nach dem Krieg eher zurückgezogenem Leben an Lungenkrebs.  

Unser Video zeigt, wie Antony Penrose, der Sohn von Lee Miller, VRT-Kollegin Machteld Libert durch die Antwerpener Ausstellung führt (in englischer Sprache – Lesen Sie bitte unter dem Video weiter).

ANSEHEN

Lee Millers lebte ein spannendes aber auch zehrendes Leben. Erst letztes Jahr kam der 2023 gedrehte biografische Film „Lee“ mit Kate Winslet in der Hauptrolle in die Kinos. Dieser Film macht neugierig auf ihr Schaffen und ihr Leben. Dennoch waren ihre Fotos in Belgien bisher nur selten zu sehen. 

Das liegt auch daran, dass das Archiv von Lee Miller erst nach ihrem Tod im Jahr 1977 wiederentdeckt wurde. Ihre Familie hat sich seit dem um eine Rehabilitierung der nicht zuletzt durch Depressionen und Alkoholsucht in Vergessenheit geratenen Künstlerin und Journalistin bemüht und diese auch gefunden, obwohl Miller noch nicht immer die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient. Das Fotomuseum (FOMU) in Antwerpen will das ändern.

Die Ausstellung „Lee Miller in print“ läuft noch bis zum 8. Juni. FOMU, Waalsekaai 47, 2000 Antwerpen. Info: https://fomu.be/

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