Die Europäische Kommission lobt Belgien für die Art und Weise, wie das Land seine Firmenwagenflotte elektrifiziert. Da im Jahr 2021 beschlossen wurde, die Steuervergünstigungen für Firmenwagen mit Diesel- oder Benzinantrieb auslaufen zu lassen, ist Belgien jetzt der zweitgrößte Markt für Elektroautos in Europa.
Elektrifizierung des Firmenwagenparks: So macht es Belgien, sagt die Europäische Kommission
„Belgien zeigt, dass ein gezielter Fokus auf die Anpassung bestehender steuerlicher Maßnahmen erhebliche Auswirkungen auf den Markt haben kann“, so der Bericht. Die EU-Kommission hat weitere Einzelheiten zu ihren Plänen vorgelegt, die europäische Automobilindustrie aus der Flaute zu holen und gleichzeitig die Klimaziele einzuhalten bzw. zu erreichen. Dazu gehört auch die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen, die immerhin 60 % aller Neuwagen in der EU ausmachen.
Die EU-Kommission nennt Belgien „a good practice example“. Sie weist darauf hin, dass die vorherige Bundesregierung im Jahr 2021 beschlossen habe, die Steuervergünstigungen für Diesel-, Benzin- und Hybrid-Nutzfahrzeuge auslaufen zu lassen. Ab 2026 müssten alle Nutzfahrzeuge elektrisch betrieben werden, hieß es damals dazu. Die neue Arizona-Regierung von Premier Bart De Wever (N-VA) hat diese Pläne jedoch gelockert und gewährt Hybrid-Nutzfahrzeugen noch bis 2029 die gleichen Vorteile wie Elektroautos.
Dennoch spricht die EU-Kommission Belgien ein Lob aus. Seit 2024 habe sich der Verkauf von emissionsfreien Fahrzeugen hierzulande fast verdreifacht, so die Kommission. Und der Ausbau von Schnellladestationen habe sich in den letzten drei Jahren sogar verzehnfacht. Besonders hervorgehoben werden die 750 Ladestationen, die der Flughafen Brüssel auf seinem Gelände installiert hat. Allerdings vergaß die Kommission, die flämische Kaufprämie von 5.000 € für die zu erwähnen, die ein Elektroauto kaufen wollten. Diese (umstrittene und inzwischen weggefallene) Prämie hat aber auch dazu beigetragen, den Absatz von E-Autos kräftig anzukurbeln.
Günstige Regelungen für Firmenwagen - Pro und Kontra
Die steuerliche Begünstigung von Firmenwagen in unserem Land wird von Mobilitätsexperten nicht selten kritisiert. Sie weisen darauf hin, dass die steuerliche Förderung des Autoverkehrs den Individualverkehr belohnt und damit auch u.a. die Verkehrs- und Stauprobleme in unserem Lande aufrechterhält.
Im November 2024 hat das belgische Mobilitätsministerium noch berechnet, dass sich die Zahl der Firmenwagen in unserem Land zwischen 2007 und 2024 mehr als verdoppelt hat, von 272.000 auf 626.000 Fahrzeuge. Seither stagniert das Wachstum allerdings. Eine so große, indirekt subventionierte Autoflotte habe aber auch ihre Vorteile, heißt es inzwischen dazu. Diese ermöglicht es nicht zuletzt, schnell gezielte Klimamaßnahmen umzusetzen.
