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US-Material für die NATO kommt oft über die Häfen von Antwerpen und Zeebrügge nach Europa

Zurzeit führt das US-Militär im Hafen von Antwerpen eine Operation durch, bei der militärische Ausrüstung in Europa eingeführt wird. Die belgische Armee unterstützt die Amerikaner dabei, denn es handelt sich um eine NATO-Operation. Der endgültige Bestimmungsort des Materials ist Osteuropa (aber nicht die Ukraine).

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das Entladen von Lastwagen und Jeeps der US-Armee im Hafen von Antwerpen ist in vollem Gange. Es geht alles sehr schnell, der Kai ist in kürzester Zeit mit 1.500 Fahrzeugen gefüllt, die per Schiene und Straße nach Polen und Rumänien weiter transportiert werden. Der Hafen von Antwerpen ist für solche Operationen von entscheidender Bedeutung, aber, diese Ausrüstung geht nicht in die Ukraine.

Das US-Militär geht nach wie vor davon aus, dass es weiterhin innerhalb der NATO operieren wird: „Es hat sich nichts geändert, ich werde weiterhin meine Missionen innerhalb der NATO durchführen und mein Schwerpunkt liegt nach wie vor auf der effizienten und sicheren Durchführung dieser Mission. Für mich hat sich nichts geändert“, sagte ein US-Soldat gegenüber VRT NWS, als er im Hafen befragt wurde. 

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US-Militärausrüstung trifft im Hafen von Antwerpen ein - Transport nach Osteuropa ist weiterhin problematisch

Schweres militärisches Gerät, das über die Häfen von Antwerpen oder Zeebrügge angeliefert wird, gelangt nur schwer in osteuropäische Länder. Aus einem aktuellen Bericht des Europäischen Rechnungshofs geht hervor, dass auch die belgischen Straßen und Eisenbahnen dafür nicht gerüstet sind. Für schwerere militärische Ausrüstung, wie gepanzerte Fahrzeuge, ist es nicht so einfach. Diese müssen auf Züge oder LKW umgeladen werden und viele Schienen- und Straßenverbindungen in Belgien sind derzeit nicht für solche großen Militärtransporte geeignet.

„Wir haben natürlich im Voraus dafür gesorgt, dass wir die gelieferte militärische Ausrüstung hier herausbekommen“, sagte General Geert De Decker gegenüber VRT NWS: “Aber wir haben Probleme. Dafür ist diese Mission da, um zu sehen, was die kritischen Punkte sind und in was wir investieren müssen. Das ist wichtig, denn die militärische Mobilität ist Teil unserer Aufgabe in der NATO.“

Militärische Mobilität ist in den letzten Jahren in Militärkreisen zu einem „trending topic“ geworden. Der Begriff bezieht sich auf die Fähigkeit der Armeen, Truppen und ihre militärische Ausrüstung schnell und effizient zu verlegen. Angenommen, es kommt zu einer konkreten Bedrohung, dann müssen Truppen und ihr Material schnell verlegt werden können, sowohl innerhalb ihrer eigenen Grenzen als auch darüber hinaus.

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Zu enge Tunnel und zu viele Regeln

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Militärtransporte durch die Europäische Union erschweren. Einer davon sind die vielen Vorschriften innerhalb der Europäischen Union, zum Beispiel für den Transport von gefährlichen Gütern (sprich: Munition) über nationale Grenzen hinweg. Hierfür sind oft besondere Genehmigungen und Zollformulare erforderlich. Dies kann oft sehr lange dauern, während bei einem Militäreinsatz jede Sekunde zählt.

Die Rolle, die unser Land bei diesem Militäreinsatz spielt, ist sehr groß. Das liegt vor allem an der wichtigen Funktion der Häfen von Antwerpen und Zeebrügge – heute als gemeinsam verwaltete Häfen fusioniert. Sie werden von der NATO und den Verbündeten als Transitpunkt für militärische Güter genutzt und sind ein wichtiges Glied in den transatlantischen Versorgungsrouten. Doch die belgische Infrastruktur ist derzeit nicht für einen groß angelegten Militäreinsatz gerüstet. 

„In Belgien sind die Brücken oft nicht in der Lage, das Gewicht von gepanzerten Fahrzeugen zu tragen und sie sind nicht einmal mit sichtbaren militärischen Gewichtsklassen ausgestattet, um Militärtransporte leicht planen und rationalisieren zu können, wie es während des Kalten Krieges der Fall war“, sagt Simon Van Hoeymissen, Wissenschaftler an der Königlichen Militärschule (KMS) in Brüssel und spezialisiert auf militärische Mobilität.

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Schienennetz und unzureichende Ausrüstung 

Auch das Schienennetz ist darauf nicht vorbereitet. „Die Eisenbahntunnel sind zu eng. Für Militärtransporte nach Frankreich muss die Panzerung von den Fahrzeugen entfernt werden, bevor sie durch Tunnel fahren können. Außerdem verfügt unser Land über zu wenige Eisenbahnwaggons, die für den Transport gepanzerter Fahrzeuge geeignet sind“, so Van Hoeymissen weiter:

“Wir achten auch nicht genügend auf die Widerstandsfähigkeit. Wir haben zum Beispiel nicht genügend Diesellokomotiven, die bei einem Stromausfall noch fahren könnten. Unser Land verfügt auch nicht mehr über militärische 'Roll-on/Roll-off-Schiffe' (zum Be- und Entladen von z.B. gepanzerten Fahrzeugen und Panzern).

Außerdem ist es sehr schwierig, jetzt noch schnell mit dem Bau von Brücken und Tunneln zu beginnen: „Wir haben kaum Ausrüstung, um militärische Brücken zu bauen. Unsere Industrie ist derzeit auch nicht groß genug, um all diese Dinge kurzfristig zu produzieren. Wenn wir diese Dinge aus dem Ausland kaufen würden, könnte dies zu mit anderen Ländern nichtkompatibler Ausrüstung führen.“

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