Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

Die Einrichtungskette Casa mit 544 Beschäftigten meldet Konkurs an: Schließung von 63 Geschäften

Die Einrichtungskette Casa meldet Konkurs an: Ihre 63 belgischen Geschäfte, ihr Hauptsitz und ihr Vertriebszentrum in Olen bei Antwerpen werden geschlossen. Der Konkurs hat schwerwiegende Folgen für die 544 Beschäftigten von Casa. Das Unternehmen befand sich schon seit einiger Zeit in finanziellen Schwierigkeiten und kann heute seine Schulden nicht mehr begleichen. Alle Geschäfte in Belgien werden geschlossen, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Die Geschäfte im Ausland (Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Spanien und Schweiz) sind vorerst nicht von dem Konkurs in Belgien betroffen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der Konkursantrag kommt nicht unerwartet. Die Gruppe befindet sich schon seit einiger Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Bis 2024 hat die Gruppe international bereits mehr als 45 Geschäfte verkauft oder geschlossen. Im Oktober 2024 leitete Casa in Belgien ein weiteres Verfahren vor dem Handelsgericht Turnhout ein, um sich vor Gläubigern zu schützen. 

„Während dieser Schutzfrist wurde mit einer Reihe von Gläubigern über eine Umschuldung verhandelt, die aber leider nicht zu dem gewünschten Ergebnis führte“, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Casa bemühte sich weiterhin um zusätzliche Finanzmittel und führte diesbezüglich Gespräche mit 12 möglichen Interessenten, von denen sich jedoch letztlich keiner bereit zeigte, eines der möglichen Neustart-Szenarien zu übernehmen.

Belgischer Ursprung - Niederländische Übernahme

Das ursprünglich belgische Unternehmen Casa befand sich mehr als 30 Jahre lang im Besitz der niederländischen Familie Blokker. Diese verkaufte die Kette im April 2021 an die Amsterdamer Investmentgruppe Globitas, nachdem Casa bereits 2020 - zu Beginn der Corona-Krise - Schutz vor seinen Gläubigern beantragt hatte, um seine Schulden umzuschulden. 

Im April 2024 wurde bekannt, dass Casa damals an den schwedisch-libanesischen Geschäftsmann Ayad Al-Saffar ging: Er kaufte über seine Holdinggesellschaft AAS Retail eine Mehrheitsbeteiligung an Globitas. Im Zuge dessen holte Al-Saffar den Niederländer Frank Pruijn als kaufmännischen Leiter der Einrichtungskette ins Boot. Als sich jedoch kurz darauf die Gelegenheit bot, die belgische Kaufhauskette Inno zu kaufen, ließ Al-Saffar Casa bald wieder fallen: Er verkaufte AAS Retail im Juni 2024 an Pruijn.

Casa-Filiale in Antwerpen

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5