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Der Coudenberg-Palast im frühen 17. Jahrhundert. Jahrhundert. 1731 brannte ein Großteil davon ab.

Warum ist „bruslit“ das tschechische Wort für Schlittschuhlaufen?

Das Verb „schlittschuhlaufen“ heißt auf Tschechisch „bruslit“. Ein „Schlittschuh“ wiederum ist ein „brusle“. Beide Wörter sind nicht zufällig dem Namen unserer Hauptstadt sehr ähnlich. Für die etymologische Erklärung müssen wir ein paar Jahrhunderte zurückgehen. Und zwar ins 15. Jahrhundert, wie die Redaktion der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ in ihrer Reihe Big City erzählt. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Damals war Brüssel die Heimat der Herzöge von Burgund und der Mittelpunkt war der Coudenberg-Palast, jahrhundertelang eines der prächtigsten Schlösser Europas. Der Coudenberg-Palast stand an der Stelle des heutigen Königspalastes am Place Royale, wurde aber 1731 durch einen Brand weitgehend zerstört. Statt es wieder aufzubauen, wurde ein neues Schloss mit angrenzenden Gebäuden entworfen. Die Überreste des damaligen Coudenberg-Palastes können heute noch besichtigt werden, allerdings unterirdisch. Der heutige Platz und der Palast befinden sich „ein paar Stockwerke“ höher. 

Besuch

Glücklicherweise sind noch einige Gemälde und Chroniken aus dieser Zeit erhalten, darunter ein Reisebericht aus der Tschechischen Republik. Im Laufe der Jahrhunderte besuchten bedeutende Persönlichkeiten aus ganz Europa das Schloss Coudenberg. Im Jahr 1466 wartete hier ein gewisser Jaroslav Lez Rozmitál auf, ein Vertreter des damalmigen böhmischen Königs.

(Lesen Sie bitte unter der Illustration weiter)

Der Coudenberg-Palast war damals eine Stadt in der Stadt

Auf seiner Reise wollte er Unterstützung für einen Konflikt zwischen dem Papst und seinem Herrscher gewinnen. Diese suchte er bei Philipp dem Guten, Herzog von Burgund, der zu dieser Zeit hier das Sagen hatte. Wer ihn besuchte, wurde reichlich bewirtet und unterhalten. Rozmitál hatte Glück. Als er in Brüssel weilte, war der Teich des Coudenberg-Palastes völlig zugefroren. Grund genug für Philipp den Guten, dort einen Eislaufwettbewerb zu veranstalten.

Souvenir

Der Bericht von Rozmitál und seinem Gefolge zeigt, wie beeindruckt die Böhmen von diesem Ereignis waren. Die Geschwindigkeit, mit der die Läufer über das Eis glitten, versetzte sie in Erstaunen. Es gab also kein besseres Souvenir als ein Paar Schlittschuhe, um mit nach Hause  zu nehmen. Das Paar wurde „die Brüsseler“ genannt, benannt nach denen, die sie an ihre Füße gebunden hatten. Auf Tschechisch wurde daraus „brusle“. Das ist auch heute noch die tschechische Bezeichnung für ein Paar Schlittschuhe.

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