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Grünes Licht für neue Mindestziele in der Vorschul- und Grundschulbildung

Ab September treten in Flandern neue Mindestziele für die Vorschul- und Grundschulbildung in Kraft. Das hat die flämische Regionalregierung beschlossen. Bildungsministerin Zuhal Demir (Nationaldemokraten, N-VA) gibt den Schulen jedoch bis September 2026 Zeit, um die Mindestziele für Mathematik und Niederländisch in neue Lehrpläne umzusetzen.

Jens Van Reet
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„Wir haben keine andere Wahl, als uns für gute Mindestziele zu entscheiden und zurück zu den Grundlagen zu gehen – mit einem Curriculum, das auf Wissen fokussiert ist.“ In der VRT-Sendung De Afspraak betonte Ministerin Demir am Dienstag die Bedeutung der Mindestziele zur Verbesserung der Bildungsqualität in Flandern.

Die flämische Regierung hat nun offiziell die Entscheidung getroffen, diese neuen Mindestziele zu erarbeiten und umzusetzen. Sie legen fest, was Kinder in einem bestimmten Alter mindestens beherrschen müssen. Die aktuellen Ziele stammen aus dem Jahr 1997.

Die Mindestziele für das sechste Schuljahr werden aktualisiert, und erstmals werden auch Ziele für das vierte Schuljahr sowie das dritte Kindergartenjahr festgelegt. Bisher war das nicht der Fall. „Es ist nur logisch, dass wir auch im vierten Schuljahr klare Ziele setzen. So haben die Schulen noch zwei Jahre Zeit, um Probleme zu beheben. Momentan gibt es hier eine Lücke, die wir schließen“, erklärt die Ministerin.

Vorschulkinder werden auf Zahlenverständnis getestet

Erstmals müssen auch Vorschulkinder bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Bislang gab es lediglich Richtziele ohne Verpflichtung. Demir will mit den Mindestzielen für Vorschulkinder vor allem Niederländisch und Mathematik in den Fokus rücken.

Am Ende des dritten Kindergartenjahres wird es einen Test geben, der drei Bereiche abdeckt: Wortschatz, Hörverständnis und Zahlenverständnis. Dieser Test wird jedoch nicht bei jedem Kind individuell durchgeführt, sondern in Form von Stichproben an einigen Schulen in Flandern organisiert.

Für das dritte Kindergartenjahr und das vierte Schuljahr gelten die Mindestziele auf Schulebene. Das bedeutet, dass die Mehrheit der Schüler die Anforderungen erfüllen muss. Im sechsten Schuljahr hingegen müssen die einzelnen Schüler die Mindestziele in den Fächern Niederländisch und Mathematik erreichen.

Expertenkommission legt Ziele fest

Eine Kommission aus Bildungsexperten und Schuldirektoren soll nun die Mindestziele festlegen. Demir drängt auf eine schnelle Umsetzung der Pläne, denn die Bildungsqualität in Flandern sei aus ihrer Sicht „im freien Fall“.

Zu Beginn des neuen Schuljahres im September will die Regierung die neuen Mindestziele einführen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich ab September in allen Klassen sofort etwas ändert. Demir gibt den Schulen bis September 2026 Zeit, um die Mindestziele für Niederländisch, Mathematik und Naturwissenschaften in neue Lehrpläne zu integrieren. Für andere Fächer müssen die neuen Lehrpläne bis zum 1. September 2027 fertiggestellt sein.

Ursprünglich hatte Demir gehofft, die neuen Ziele bereits im September in die Praxis umzusetzen. Doch in den vergangenen Tagen wurde Kritik an diesem Zeitplan laut. Experten und Bildungsverbände warfen der Ministerin vor, zu schnell vorzugehen.

Flanderns Bildungsministerin Demir (N-VA)

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